Burgruine Freienstein im Odenwald - Mit einem gemeinsamen Konzept in die Zukunft

Als mittelalterliche Hangburg auf einem steilen Sporn des Weckbergs gelegen, beherrscht Freienstein bis heute das Gammelsbachtal als Wahrzeichen der Oberzent. Sie diente dem Haus Erbach über Jahrhunderte als Sitz des Amtes Freienstein, dessen Hauptort Beerfelden zu den ältesten Siedlungen im Odenwald zählt. Um das Gespräch über die Zukunft der Ruine zu eröffnen, veranstaltet das Landesamt für Denkmalpflege Hessen gemeinsam mit der Stadt Beerfelden vom 20. bis 21. September 2017 ein Symposium.

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Im Fokus: Die Burgruine Freienstein im Odenwald
Im Fokus: Die Burgruine Freienstein im Odenwald

Der Ursprung der Burg ist noch immer nicht sicher geklärt; auch steht eine systematische Bauforschung aus. Die bekannten Eckdaten lassen auf eine lebhafte Bau- und Nutzungsgeschichte schließen, die nach 1700 vom zunehmenden Verfall der Burg geprägt ist. Ab 1906 erfolgten erste Bemühungen zur Sicherung des verbliebenen Bestandes. Trotz fortlaufender umfangreicher Erhaltungsmaßnahmen mit großen Anteilen öffentlicher Gelder bis vor etwa 15 Jahren durch den heutigen Eigentümer, das Grafenhaus Erbach-Fürstenau, kam es in den 1980er-Jahren zum Verlust der Schildmauer aufgrund der bereits zu fortgeschrittenen Baufälligkeit. Der aktuelle Pächter bewahrt die Ruine mit großem Engagement vor Verwilderung und der Bedarf einer regelmäßigen Bauunterhaltung rückt immer stärker in den Fokus der Denkmalpflege.

Es ist an der Zeit – gerade vor dem Zusammenschluss der Stadt Beerfelden mit den Gemeinden Hesseneck, Rothenberg und Sensbachtal zu einer neuen Stadt Oberzent in 2018, deren historischer Ursprung das Amt Freienstein ist – gemeinsam über die Rahmenbedingungen für die langfristige Erhaltung der Burgruine Freienstein als wertvolles Kulturdenkmal und zugleich als identitätsstiftendes Wahrzeichen der Region nachzudenken. Ziel des Symposiums soll sein, Freienstein wieder die ihr angemessene öffentliche Aufmerksamkeit zuteilwerden zu lassen und den Anstoß für die Entwicklung eines zukunftsfähigen Erhaltungskonzepts zu geben.

Am ersten Tag wird es die Möglichkeit geben, die Burgruine gemeinsam mit dem Pächter zu besichtigen. Die anschließende öffentliche Abendveranstaltung mit Grußworten, einem Vortrag von Prof. Dr. Dipl.-Ing. (FH) Barbara Schock-Werner, Präsidentin der Deutschen Burgenvereinigung e. V., und kleinem Empfang der Stadt Beerfelden soll alle Interessierten auf das Thema des Symposiums einstimmen. Der zweite Tag widmet sich als Fachveranstaltung allgemeinen baulichen Erhaltungskonzepten, Nutzungsideen und Trägerkonstruktionen. Wir freuen uns auf einen regen Austausch zwischen politischen Entscheidungsträgern, Burgenbesitzern und Fachleuten im Denkmalbereich.

Das Symposium ist kostenfrei, es ist für die Teilnahme jedoch eine Anmeldung erforderlich, bitte nutzen Sie hierfür das anhängende Formular. Ein vollständiges Veranstaltungsprogramm mit allen Vorträgen wird rechtzeitig vor der Veranstaltung auf der Internetseite des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen veröffentlich werden.

Konzeption und Organisation:
Kristin Schubert (kristin.schubert@lfd-hessen.de)
Lars Görze