Esther Lehnemann / Ralf Urz / Christa Meiborg, Die latènezeitliche Brücke mit Siedlung bei Kirchhain-Niederwald, Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Interdisziplinäre Forschungen zur eisenzeitlichen Siedlungslandschaft des Amöneburger Beckens. Mit Beiträgen von Lisa Bringemeier, Anita Goldner-Bofinger, Jutta Hofmann, Marlu Kühn, Karlheinz Steppan, Astrid Stobbe, Thorsten Westphal, Lucia Wick.

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Cover Die latènezeitliche Brücke mit Siedlung bei Kirchhain-Niederwald, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Materialien zur Vor- und Frühgeschichte von Hessen, Band 31.
Cover: Esther Lehnemann / Ralf Urz / Christa Meiborg, Die latènezeitliche Brücke mit Siedlung bei Kirchhain-Niederwald, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Interdisziplinäre Forschungen zur eisenzeitlichen Siedlungslandschaft des Amöneburger Beckens.

Zwischen 2008 und 2012 legte die hessenARCHÄOLOGIE, Außenstelle Marburg, in der Niederung des Flusses Ohm im nördlichen Amöneburger Becken einen spektakulären Fundplatz der jüngeren Eisenzeit frei – die Reste einer 21m langen hölzernen Jochpfahlbrücke, die etwa ein Jahrhundert lang während der mittleren Latènezeit als Flussübergang gedient hatte (Errichtung vor der Mitte des 3.Jhs. v.Chr. und Nutzung bis um die Mitte des 2.Jhs. v.Chr.). Die in einer Kiesgrube bei dem Ort Niederwald entdeckte Brückenfundstelle zeichnete sich aufgrund ihrer Feuchtbodenbedingungen durch eine exzellente Erhaltung organischer Materialien aus, sodass neben Bestandteilen der Brückenkonstruktion weitere eindrucksvolle hölzerne Einbauten und Objekte angetroffen wurden. Ein Glücksfall stellt zudem der Umstand dar, dass ab 2011 400m westlich der Brückenrelikte die Hinterlassenschaften einer gleichzeitigen Siedlung zutage kamen, deren früheste Spuren in die Hallstattzeit zurückreichen. Des Weiteren eröffneten die beiden Fundstellen sowie zusätzlich untersuchte eisenzeitliche Uferzonen, die einen immensen Fundstoff – darunter 300kg Keramik sowie ein umfangreiches archäobotanisches Probenmaterial – erbrachten, aufschlussreiche Einblicke in eine durch vorgeschichtliche Flussaktivitäten maßgeblich geprägte lokale Landschaftsentwicklung.

Ab 2013 widmeten sich unter der Leitung von Dr. Christa Meiborg die Archäologin Dr. Esther Lehnemann sowie der Geograf und Entdecker der Brücke Dr. Ralf Urz als Kernteam der wissenschaftlichen Auswertung der Ausgrabungen im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projektes. Flankiert wurden die Arbeiten durch die beauftragten Einzeluntersuchungen von acht externen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Das Resultat der eingehenden interdisziplinären Forschungen stellt eine opulente zweibändige Studie dar.

Hierbei gibt sich der auswertende Teil I (Text) nicht allein mit der sorgfältigen Behandlung der lokalen eisenzeitlichen Hinterlassenschaften zufrieden, sondern entwirft ein landschafts- und besiedlungsgeschichtliches Bild vom Amöneburger Becken während des 1. Jahrtausends v.Chr. Das Werk vervollständigt der dokumentarische Teil II (Katalog, 33 [Fund-]Tafeln, 8 Beilagen), der zu Detailrecherchen auch eine CD-ROM mit einem umfangreichen Tabellen-Anhang sowie den digitalen Vorlagen ausgewählter Abbildungen aus dem Text sowie der 7 Planbeilagen enthält.

In Kommission bei Dr. Rudolf Habelt
ISBN 978-3-7749-4309-4
Preis 94,90 Euro (D)
(84,90 Euro für Mitglieder der Archäologischen Gesellschaft in Hessen e. V.)