Die Zierenberger Stadtkirche und ihre mittelalterlichen Wandmalereien

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Die Zierenberger Stadtkirche und ihre mittelalterlichen Wandmalereien
Evangelische Stadtkirche Zierenberg: Ansicht von Südosten, Innenansicht nach Osten, Mose-Wandbild; Gestaltung: Gabriele Schönborn

Die Zierenberger Stadtkirche und ihre mittelalterlichen Wandmalereien. Symposium am 1. Dezember 2006.
Redaktion: Vera Leuschner et al., 2011.
ISBN 978-3-8062-2638-6 / 19,80 €

Die mittelalterlichen Wandmalereien des 14. und 15. Jahrhunderts in der Stadtkirche zu Zierenberg sind von herausragender Bedeutung. Über dreihundert Jahre lagen sie unter der weißen Tünche verborgen, bevor sie 1934 wiederentdeckt und freigelegt wurden. Die Bilder, darunter die eindrucksvolle überlebensgroße Gestalt des Mose und der das Christuskind tragende Christophorus, stammen von der Hand unbekannter Maler.
Nach Abschluss der jüngsten Restaurierungsarbeiten (1997 bis 2006), die in einer Zusammenfassung in diesem Band vorgestellt werden, widmete sich erstmalig ein ganztägiges Symposium in den Räumen der Kirche der Erforschung und Deutung dieser Bilder.

Der vorliegende Band veröffentlicht mit den zehn Beiträgen namhafter Historiker, Kunsthistoriker und Theologen die Ergebnisse dieser Tagung. Ausgehend von der historischen und kirchlichen Situation von Stadt und Kirche im späten Mittelalter unter den hessischen Landgrafen, über die Phasen der Baugeschichte und die Fragen nach der Bedeutung der Architekturform „Hallenkirche“, gehen fünf weitere Beiträge auf die Wandmalereien ein.
Neue Erkenntnisse über den Reichtum an spätgotischen Kirchenausmalungen auf nordhessischem Gebiet und über die Frage nach der Funktion der Bilder im sakralen Raum werden gewonnen.

Darüber hinaus werden Thesen über das Verhältnis von christlicher Erbauungsliteratur zur Bildwelt in der Zeit der „devotio moderna“ entwickelt, und es wird die Situation der spätmittelalterlichen Künstler reflektiert, die sich über das Medium der Druckgrafik ein „Netzwerk“ künstlerischer Anregungen schufen. So konnten die Bilder den meist des Schreibens und Lesens unkundigen Gläubigen zur Andacht und zu religiöser Unterweisung dienen.
Das mit über 300 meist farbigen Abbildungen reich illustrierte Buch wendet sich nicht nur an die Fachwelt, sondern auch an ein interessiertes Publikum.