Ludwig Bickell (1838-1901). Ein Denkmalpfleger der Ersten Stunde

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Arbeitshefte des Landesamtes für Denkmalpflege, Band 7

hrsg. von Elmar Brohl und Gerhard Menk
Stuttgart 2005
400 S., kart. 
ISBN 978-3-8062-2042-1, Preis: 24,80 €

In 13 Beiträgen wird in diesem Band mit Ludwig Bickell die Person eines Universalgelehrten des 19. Jahrhunderts charakterisiert, der 1892 zum ersten hauptamtlichen Bezirkskonservator für den preußischen Regierungsbezirk Kassel ernannt wurde. Der studierte Jurist hatte vielfältige Interessen, wobei theoretisches Wissen und praktisch-handwerkliche Umsetzung gleichermaßen bei ihm zur Geltung kamen.

Intensives Orgelstudium verband er mit Orgelbaukunst, zum Verständnis alter Bucheinbände erlernte er das Buchbinderhandwerk, entsprechend wird er zum Ofenbauer, um historische Öfen in ihrer Funktion begreifen zu können.

Meisterlich sind seine fotografischen Aufnahmen, die als Dokumente einer von der Industrialisierung bedrohten Welt angesehen werden müssen. Von ihm werden nicht nur die herausragenden Kulturdenkmäler fotografisch erfasst, sondern auch die Zeugnisse bäuerlicher und bürgerlicher Wohnkultur sowie dörfliche und städtische Ensembles. Alfred Meydenbauer, der Begründer der preußischen Messbildanstalt, hat in ihm einen der Begründer des Deutschen Denkmäler-Archivs gesehen.

Der vorliegende Sammelband geht im Wesentlichen auf ein Kolloquium zurück, das zum 100. Todestag Bickells vom Verein für hessische Geschichte und Landeskunde Marburg e.V. veranstaltet wurde. Damit sollte eines seiner verdienstvollsten Mitglieder geehrt werden, denn noch heute zehrt der Verein nachhaltig von den bemerkenswerten sammlerischen Aktivitäten, die Ludwig Bickell neben seinen sonstigen Tätigkeiten auch entfaltet hat.