Wasserburg in Rotenburg-Schwarzenhasel

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Wasserburg in Rotenburg-Schwarzenhasel
Wasserburg in Rotenburg-Schwarzenhasel

Preisträger: Hilmar von Bodelschwingh

Preis: Urkunde und Anerkennung (500 €)

Wasserburg, Lispenhäuser Straße 41, 36199 Rotenburg-Schwarzenhasel

Die im Jahr 1371 erstmals erwähnte und noch heute fast vollständig von einem Graben umgebene Wasserburg in Rotenburg-Schwarzenhasel wurde unter der Adelsfamilie von Trott 1698 mit zwei Fachwerkgeschossen über spätmittelalterlichem Sockelgeschoss errichtet. Nach mehrfachen Besitzerwechseln erwarb 1885 Edmund von Biedenfeld das Anwesen und veranlasste den historistischen Um- und Ausbau des Burghauses. Im Jahr 1897 gelangte die Wasserburg in den Besitz der westfälischen Familie von Bodelschwingh, die das Anwesen nun in vierter Generation bewohnt und bewirtschaftet.

Der Wunsch des Eigentümers, Hilmar von Bodelschwingh, das Obergeschoss für eigene Wohnzwecke zu nutzen, gab im Jahr 2012 Anlass für erste Untersuchungen und eine anschließende, bis 2015 andauernde Sanierung. Nach einer denkmalgerechten Instandsetzung des Fachwerks wurden spätere Einbauten im Inneren des Gebäudes zurück gebaut. Dabei traten Deckenmalereien zu Tage, die einer Ausbauphase des späten 19. Jahrhunderts zuzuordnen sind. Zudem waren Reste von Papiertapeten auszumachen.

Die gefundenen Malereien wurden, soweit möglich, freigelegt und restauriert. Auch die weitere, erhaltene Raumausstattung des 19. Jahrhunderts (Holztreppe, Türen und Dielenböden) wurden fachgerecht aufgearbeitet und in das neue Raumkonzept integriert.

Für die besonders substanzschonende Sanierung und den restauratorisch vorbildlichen Umgang mit Raumausstattungen und Befunden im Inneren wird der Eigentümer Hilmar von Bodelschwingh mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis 2017 ausgezeichnet.

Hanna Dornieden