Fachwerkhaus in Hünstetten

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Fachwerkhaus in Hünstetten
Fachwerkhaus in Hünstetten

Preisträgerin: Linda Löber

Preis: Urkunde und Geldpreis (4.000 €)

Fachwerkhaus, Hohlstraße 2, 65510 Hünstetten

Als die heutige Eigentümerin, Linda Löber, das Fachwerkhaus auf dem Nachhauseweg „entdeckte“, deutete wenig auf die historische Substanz des Gebäudes hin. Das Haus stand seit Anfang der 1990er Jahre leer und war in entsprechend schlechtem Zustand, das Fachwerk war unter einem Verputz verborgen. Dennoch nahm sich die junge Bauherrin des schwierigen Objektes an.

Das Wohnhaus ist Teil einer vermutlich in das 17. Jahrhundert zu datierenden Hofreite, deren zur Hohlstraße gelegene Scheune bereits abgebrochen wurde. Über einem massiven Sockel erhebt sich das Fachwerkgefüge in zwei Geschossen mit geringem Geschossvorsprung und dem im 19. Jahrhundert erneuerten Dach. Rechts schließt sich ein eingeschossiges Stallgebäude an, ein jüngerer Backsteinbau mit preußischer Kappendecke.

Im Zuge der seit November 2014 andauernden Sanierung galt es zunächst, Linoleum, Zementputze und andere Materialien aus den 1960er Jahren abzutragen. Erst danach konnte das stark geschädigte Fachwerk instand gesetzt werden. Die Eigentümerin hat einen Großteil der Arbeiten gemeinsam mit ihren Eltern in Eigenleistung durchgeführt. Zur Sanierung der historischen Gefache besuchte sie sogar einen Lehmbaukurs. Die Bauherrin schildert, sie habe sich während der Sanierung fast jeden Tag über neue Entdeckungen – wie etwa einen alten Brunnen, der viele Jahre unter einem Windfang versteckt lag und nun wieder sichtbar gemacht werden konnte – gefreut.

Durch die vorbildliche, denkmalgerechte Sanierung konnte die historische Hofreite in einem ländlichen Ortsteil gerettet und wiederbelebt werden. Mit großem Mut und Engagement hat die junge Bauherrin das Objekt in ein Schmuckstück verwandelt. Diese Leistung wird mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis 2017 ausgezeichnet.

Hanna Dornieden