Tag des offenen Denkmals 2017: Macht und Pracht

Das neue Motto „Macht und Pracht“ für den Tag des offenen Denkmals am 10. September 2017 wurde heute vorgestellt. Ab sofort sind alle zum Mitmachen aufgerufen.

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Blick von der Galerie in der Rotunde während der Veranstaltung
Blick von der Galerie in der Rotunde während der Veranstaltung

„Schlösser, Burgen, Kirchen, Gärten, Parks und städtische Freiräume dienten seit jeher der Inszenierung von Machtansprüchen und der Manifestierung von Glaubensgrundsätzen“, sagte Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen heute in der Rotunde des Biebricher Schlosses vor mehr als 200 Besuchern. Durch ihre Lage im Stadtgefüge, die Höhe ihrer Türme, die Gestalt ihrer Fassaden oder aufgrund ihrer Ausstattung zeugten diese Bauten bis heute vom Selbstverständnis ihrer Erbauer. Seit dem 19. Jahrhundert zeugten auch städtebauliche Neuordnungen wie Straßendurchbrüche, Bahnhöfe, Fabrikbauten und Siedlungen von wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Entwicklungen. Gefährdet seien nach wie vor Gebäude, die den Machtanspruch des Nationalsozialismus verkörperten.

Harzenetter betonte, das Motto sei breit gefasst und ermögliche es im Grunde jedem, sich am Tag des offenen Denkmals zu beteiligen, „denn Denkmalpflege ist immer Netzwerkarbeit, die von dem Know-how vieler Akteure aus den unterschiedlichsten Zusammenhängen lebt“. Die Idee des Tages des offenen Denkmals stehe beispielhaft dafür, wie es gelingen kann, mit vereinten Kräften die Wahrnehmung für den besonderen Wert unserer gebauten Umwelt zu schulen und auf ihre Gefährdung durch schnelllebige, vom Profit geprägte Entscheidungen hinzuweisen.

Ziel der Veranstaltung war es, den Austausch zwischen allen Beteiligten über notwendige Maßnahmen zur Erhaltung des kulturellen Erbes zu fördern. „Vor allem aber wollen wir möglichst viele Menschen dazu aufrufen, sich mit ihren Denkmälern am Tag des offenen Denkmals zu beteiligen“, sagte Harzenetter. Kein anderes Format mobilisiere jedes Jahr so viele Bürger. Dies belege auf sehr eindrückliche Art und Weise das wachsende Bedürfnis vieler Bürger, sich in einer vom Wandel und der Veränderung geprägten Zeit für den Erhalt ihrer Orte, Städte und Kulturlandschaften zu engagieren. „Wir freuen uns, wenn sich auch in diesem Jahr wieder möglichst viele Menschen am Tag des offenen Denkmals beteiligen. Denn dieser Tag ist ein regionales, nationales und internationales Plädoyer für den Erhalt unseres kulturellen Erbes.“ Selbstverständlich können auch alle anderen Denkmäler, die nicht unmittelbar zum Motto passten, angemeldet werden.