Alte Post und ehemaliges Telegraphenamt in Gießen

Preisträger: Kai Laumann. Kai Laumann erwarb das 1862-63 erbaute Gebäude, das zuvor lange leer gestanden hatte und Spuren von Verwahrlosung aufwies. 2019-2021 ließ er es aufwändig sanieren und suchte parallel dazu nach geeigneten Mietern. Umgesetzt wurde schließlich eine Neunutzung des historischen Areals für Gastronomie, Wissenschaft, Gesundheit und Dienstleistungen für die Alte Post und das 1927-1929 erbaute Telegraphenamt.

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Foto der Alten Post in Gießen
Wer heute Gießen mit der Bahn erreicht, wird nach Jahrend es Verfalls wieder von der vorbildlich sanierten Alten Post empfangen.

Sowohl bei der Alten Post als auch beim Telegrafenamt konnten jeweils etwa 100 historischen Fenster erhalten und aufgearbeitet werden. Im Inneren der Alten Post prägen die historischen Deckenkonstruktionen, gusseiserne Stützen und die aus dem 19. Jahrhundert stammenden historischen Treppenhäuser die besondere Atmosphäre des Raumes. Auch der Raumcharakter des zwei Stockwerke hohen Telegraphenamtes konnte erhalten und zu einem modernen Veranstaltungs- und Medienzentrum umgenutzt werden. Die Instandsetzung der beiden Gebäude ist nicht nur ein Stück Stadtreparatur der im Zweiten Weltkriegs stark getroffenen Stadt Gießen, sondern auch ein wichtiges Zeugnis der Industrie- und Technikgeschichte in Hessen.

Foto der Fassade der Alten Post in Gießen
Die Spuren, welche durch die Nähe zum Bahnhof die Fassade kennzeichneten, wurden sorgsam in das Sanierungskonzept einbezogen.

Mit einem hohen Maß an Idealismus, Risikobereitschaft und denkmalpflegerischer Sensibilität hat Kai Laumann die Alte Post und das ehemalige Telegraphenamt in Gießen instandsetzen lassen und mit einer neuen Nutzung versehen. Neben der beachtlichen Signalwirkung eines für Gießen und die Gießener Stadtentwicklung wichtigen Industriedenkmales lobte die Jury auch die handwerklich gelungene Umsetzung und stellte besonders die sorgfältige Arbeit an der Fassade heraus.

Die durch den Hessischen Denkmalschutzpreis 2022 gewürdigten Leistungen wären ohne engagierte und professionelle Architekten-, Restauratoren- und Handwerksbetriebe nicht möglich. An diesem ausgezeichneten Projekt waren beteiligt:

  • Architekt & Bauleitung Dietmar Moos Moos Planungs GmbH
  • Vermessungsbüro Dipl.-Ing. Mathes
  • fiedler-architektur-gebäudeberatung
  • Naturstein-Restaurierung Reinhold Herbst GmbH & Co. KG
  • Sorpetaler Brandschutzfenster GmbH
  • ALBERS Dachmeisterbetrieb
  • Baudekoration Richardt GmbH & Co. KG