Kulturhaus in Heidenrod-Laufenselden

Als Gerd Rixmann 2013 das komplett sanierungsbedürftige und zuteilen stark baufällige Barockhaus in Laufenselden erwarb, war er eigentlich nur auf der Suche nach einer Erweiterung seines Gemüsegartens. Das einst von einem wohlhabenden Bauherrn errichtete große Gebäude stand zuletzt über viele Jahre leer, das Dach war undicht, der Anbau völlig verfallen.

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Das Kulturhaus in Heidenrod-Laufenselden.
Dank der Mühen von Gerd Rixmann steht das Kulturhaus in Heidenrod-Laufenselden mit seiner markanten blauen Fassade heute der Gemeinde offen.

Dennoch zog es Rixmann immer wieder zu dem alten Gebäude. „Und plötzlich wuchs in mir der Wunsch, dieses Haus wieder zum Leben zu erwecken und es erneut nutzbar zu machen“, erinnert sich der Preisträger. „Aber nicht mehr für mich, sondern für die Bewohner des Ortes, in dem es seit Jahrhunderten seine Geschichte erfahren hat.“

In Abstimmung mit der Gemeinde veranlasste Rixmann eine umfassende Sanierung des 1733 errichteten und 1841 umgebauten Bauwerks. Immer wieder traf man ihn dabei selbst auf der Baustelle an, denn es war ihm eine Herzensangelegenheit, die aufwändigen und herausfordernden Arbeiten selbst zu begleiten. Nicht nur die immensen Schäden, auch die starken Schiefstellungen machten den Handwerkern zu schaffen. Dennoch konnte der vorgefundene Baubestand nahezu vollständig erhalten und aufgearbeitet werden. Die Schiefstellung wurde bewusst erhalten, um den Charakter des Barockhauses nicht zu überformen. Nur zwei Fachwerkinnenwände wurden von den Ausfachungen befreit, um eine bessere Nutzbarkeit und Belichtung zu erzielen.

Auch Rixmanns Wunsch, das Haus wieder mit Leben zu füllen, konnte er gemeinsam mit der Gemeinde realisieren. Heute wird das Barockhaus als Sozial- und Kulturhaus genutzt. Im Erdgeschoss sind die Sozialarbeiterinnen und das Forstamt der Gemeinde Heidenrod untergebracht. Das Obergeschoss wird zukünftig durch die Kulturvereinigung Heidenrod genutzt. Für seine vorbildliche Initiative, den sorgsamen und beispielhaften Umgang mit der Originalsubstanz und die selbstlose Bereicherung der Kulturlandschaft des Rheingau-Taunus-Kreises wird Gerd Rixmann mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis 2021 ausgezeichnet.

Die durch den Hessischen Denkmalschutzpreis 2021 gewürdigten Leistungen wären ohne engagierte und professionelle Architekten-, Restauratoren- und Handwerksbetriebe nicht möglich. An diesem ausgezeichneten Projekt waren beteiligt:

  • Holzbau Müller GmbH
  • Dachdecker Karl-Heinz Ochs
  • Tischlerei Kremer
  • Putz-, Lehm- und Malerarbeiten Sebastian Werner
  • Holzrestaurierung Anna Müller
  • Holzrestaurierung Jürgen Kallisch
  • Restaurator Sven Trommer
  • Elektro Popp
  • Heizungs- und Sanitärinstallateur Frank Buderus
  • Außenanlagen Werner Hocke
  • Schlosser Hans-Jörg Justi