hessenARCHÄOLOGIE-Tag 2015

Mit 380 Teilnehmern war in diesem Jahr der hessenARCHÄOLOGIE Tag am 31.10.2015 zu Gast in der Nibelungenhalle in Lorsch.

Lorsch1_750.jpg

Übergabe des Jahrbuches „hessenARCHÄOLOGIE 2014" durch den stellv. Landesarchäologen Dr. U. Recker (2.v.re.) an Landrat Chr. Engelhardt, Bürgermeister Chr. Schönung, Ministerialrat Dr. U. Adolphs und Direktor (der VSG) Dipl.-Ing. K. Weber (v. li. n. re.)
Übergabe des Jahrbuches „hessenARCHÄOLOGIE 2014" durch den stellv. Landesarchäologen Dr. U. Recker (2.v.re.) an Landrat Chr. Engelhardt, Bürgermeister Chr. Schönung, Ministerialrat Dr. U. Adolphs und Direktor (der VSG) Dipl.-Ing. K. Weber (v. li. n. re.)

Mit 380 Teilnehmern war in diesem Jahr der hessenARCHÄOLOGIE Tag am 31.10. zu Gast in der Nibelungenhalle in Lorsch. Die Stadt mit dem UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Lorsch hat sich zwei Dinge auf die Fahnen geschrieben: Kultur und Gastfreundschaft. Von beidem haben alle Teilnehmer am Ende des Tages viel mit nach Hause nehmen können.

Begrüßt wurde das Auditorium durch den Bürgermeister der Stadt Lorsch, Christian Schönung. Anschließend überbrachte Ministerialrat Dr. Ulrich Adolphs die Grüße der Hessischen Landesregierung und des Hessischen Ministers für Wissenschaft und Kunst Boris Rhein und eröffnete damit die Tagung. Seinen Grußworten schlossen sich sowohl der Landrat im Landkreis Bergstraße, Christian Engelhardt, als auch der Direktor der Verwaltung der staatlichen Schlösser und Gärten Hessens (VSG), Dipl. Ing. Karl Weber, in ihren Begrüßungsreden an.

In seiner Einführungsansprache dankte der stellv. Landesarchäologe Dr. Udo Recker der Stadt Lorsch sowie der Verwaltung der staatlichen Schlösser und Gärten(VSG) in Hessen für die Einladung nach Lorsch, die Ausrichtung der Tagung und die Übernahme der damit verbunden Kosten. Besonders betonte er in diesem Zusammenhang die hervorragende Kooperation vor Ort mit den Kollegen der VSG, vertreten durch Dr. Hermann Schefers, und Dr. Dieter Lammers vom Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg.

Im Anschluss stellte Dr. Recker dem Publikum das neue Jahrbuch „hessenARCHÄOLOGIE 2014" vor (Abb. 1). Dort werden auf 246 Seiten in 65 allgemein verständlichen und reich bebilderten Beiträgen neben den archäologischen Aktivitäten der Landesarchäologie auch die der Kreisarchäologien, der städtischen Denkmalämter, der Museen und Universitäten präsentiert. Zeitlich spannen die Beiträge in dieser Jahrbuchausgabe einen weiten Bogen von der frühen Jungsteinzeit bis in die Zeit des Zweiten Weltkrieges, was sich im ersten Teil des Vortragsprogramms exemplarisch niederschlug.

Während der Mittagspause wurde den Teilnehmern die Gelegenheit geboten, sich in geführten Rundgängen auf eine Entdeckungsreise im Gelände des UNESCO-Welterbes Kloster Lorsch zu begeben. Insgesamt 280 Interessierte nutzen diese Möglichkeit und erhielten von Mitarbeitern der VSG an fünf Stationen in kompakter Form einen „hautnahen" Einblick in die aktuellen Forschungen bzw. Vermittlungsarbeit zur Baugeschichte der Klosteranlage (Abb. 2). Eine der fünf Stationen auf dem Klostergelände war das erst im September 2015 eröffnete Schaudepot Zehntscheune, das bedeutende Funde vom Klostergelände auf besondere Weise zugänglich macht. Besonderer Dank gebührt an dieser Stelle den Kolleginnen und Kollegen, die es vortrefflich verstanden haben, trotz eines eng gesetzten Zeitrahmens, der für die Führungen zur Verfügung stand, den Teilnehmern viel Wissenswertes zur Klosteranlage, der Königshalle mit ihrer bunten Sandsteinfassade und dem Kirchenfragment mit auf den Weg zu geben. Mit diesen vielfältigen neuen gesammelten Eindrücken begann am frühen Nachmittag der zweite Teil der Tagung. Der inhaltliche Themenschwerpunkt des Vortragprogramms lag dabei ganz auf Kloster Lorsch und trug damit der Bedeutung des Veranstaltungsortes Rechnung.

In seinem Gruß- und Dankeswort im Anschluss an diesen zweiten Vortragsblock des Tages betonte Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen und UNESCO-Welterbebeauftragter des Landes Hessen, nochmals die enge Verzahnung von Archäologie, Baudenkmalpflege, Kunstgeschichte und historischer Forschung. Wo, wenn nicht am Tagungsort Lorsch konnte dies durch das Programm des diesjährigen hessenARCHÄOLOGIE-Tages so eindrucksvoll den Teilnehmern vermittelt werden. Mit dem Abendvortrag zur Stellung von Lorsch im Kontext frühmittelalterlicher Großklöster durch Dr. Matthias Untermann (Universität Heidelberg) fand die Vortragsreihe ihren gelungenen Abschluss. Der daran anschließende Abendempfang der Stadt Lorsch rundete diesen an vielen neuen Erkenntnissen reichen Tag ab.

Für 50 Teilnehmer war damit der hessenARCHÄOLOGIE-Tag 2015 gleichwohl noch nicht zu Ende. Sie nutzen am folgenden Tag das Angebot, unter sachkundiger Führung das vier Hektar große Gelände des 2014 eröffneten karolingischen Freilichtlabors Lauresham im UNESCO-Welterbe-Areal Kloster Lorsch zu erkunden.

Eine der fünf Stationen der mittäglichen Rundführungen: die aktuelle Grabung an der Königshalle
Eine der fünf Stationen der mittäglichen Rundführungen: die aktuelle Grabung an der Königshalle (B. Leinthaler, hA)