Der hessenARCHÄOLOGIE-Tag 2019

Am 16.11.2019 fand – in diesem Jahr auf Einladung der Stadt Idstein – bereits der elfte hessenARCHÄOLOGIE-Tag statt. Mit 450 angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmern zählte er mit zu den am besten besuchten Veranstaltungen in diesem Format.

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Präsentation Jahrbuch hessenARCHÄOLOGIE 2018 und Kalender "Kelten Land Hessen" in Idstein. Bürgermeister Christian Herfurth, Staatssekretärin Ayse Asar (HMWK), Dr. Udo Recker (LfDH, hessenARCHÄOLOGIE) und Kreisbeigeordneter Dr. Herbert Koch.
Präsentation Jahrbuch hessenARCHÄOLOGIE 2018 und Kalender "Kelten Land Hessen" in Idstein. Bürgermeister Christian Herfurth, Staatssekretärin Ayse Asar (HMWK), Dr. Udo Recker (LfDH, hessenARCHÄOLOGIE) und Kreisbeigeordneter Dr. Herbert Koch.

Grußworte

Im Beisein von Frau Staatssekretärin Ayse Asar (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst) eröffnete Bürgermeister Christian Herfurth um 09:30 Uhr den Tag in der Stadthalle von Idstein und wünschte den Anwesenden nach einleitenden Worten „eine gute und inspirierende Veranstaltung“.

Im Anschluss daran überbrachte Frau Asar – übrigens in Idstein aufgewachsen – die Grüße der hessischen Landesregierung und der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn. Im Verlauf ihrer weiteren Rede betonte sie „dass Archäologie ja nicht nur heißt, einfach Jahrhunderte zu generieren und möglichst viele historische Ereignisse auf das Jahr oder sogar den Tag genau datieren zu können. Archäologie heißt vielmehr, wie bei einem Puzzlespiel aus vielen kleinen Teilchen ein möglichst umfassendes Lebensbild vergangener Epochen zu entwickeln, Veränderungen nachzuspüren, Entwicklungen zu erklären und zu deuten“. Ihre Grußworte schloss Asar mit einem besonderen Dankeswort an die Veranstalter „Über den Dienst nach Vorschrift hinaus engagieren sich alle Mitarbeiter der hessenARCHÄOLOGIE nämlich, wie ich inzwischen weiß, mit hohem Engagement und großem persönlichen Einsatz, um die Zeugnisse der Vergangenheit für die Zukunft zu bewahren und damit einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Erbe Hessens beizusteuern“. Der Kreisbeigeordnete Dr. Herbert Koch (Kreisausschuss Rheingau-Taunus-Kreis) hieß in Vertretung für Landrat Frank Kilian ebenfalls alle Tagungsteilnehmer aufs Herzlichste willkommen.

Einführung in die Veranstaltung

Die Einführung in diesen Veranstaltungstag der hessischen Landesarchäologie übernahm in Anwesenheit des Präsidenten des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, Dr. Markus Harzenetter, traditionsgemäß der Landesarchäologe Dr. Udo Recker.

In seinem Grußwort drückte er nicht nur seinen Dank für die diesjährige Einladung und Gastfreundschaft an die Adresse der gastgebenden Stadt Idstein aus, sondern bedankte sich auch explizit für die Teilnahme der Staatssekretärin und die damit zum Ausdruck gebrachte Wertschätzung. Im weiteren Verlauf griff Recker Stichworte wie Digitalisierung, Haushalt, Arbeitsbelastung der Abteilung durch den anhaltenden Bauboom und den damit verbundenen Anstieg an Stellungnahmen durch die zuständige Bezirksarchäologie auf. Insgesamt hat die hessische Landesarchäologie im Jahre 2018 über 550 Maßnahmen betreut bzw. in Eigenregie durchgeführt, darunter 170 Grabungen und 381 Prospektionsmaßnahmen – Zahlen, die im laufenden Jahr noch übertroffen werden. Dies findet seinen Niederschlag auch im neuen Jahrbuch "hessenARCHÄOLOGIE 2018“. 75 Autoren haben auf 276 Seiten in 60 aktuellen und allgemein verständlichen Beiträgen bodendenkmalpflegerische Neuentdeckungen des Jahres 2018 vorgestellt. Zudem konnte auch der druckfrische Kalender 2020 des Hauses "Kelten Land Hessen" präsentiert werden, der am Ende des Tages bei vielen Besuchern in der Tagungstasche den Weg nach Hause fand.

Besonderen Dank richtete Recker an das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und die anwesende Staatssekretärin Asar: „Erfreut nehmen wir zur Kenntnis, dass der Stillstand und die Perspektivlosigkeit der vergangenen Jahre ein Ende haben. Seien Sie versichert, dass wir den mit ihrem Haus begonnenen Diskurs jederzeit und vor allem stets konstruktiv und zielgerichtet fortsetzen werden. Für das Engagement von Frau Ministerin Dorn und natürlich auch für Ihr persönliches Eintreten sind wir äußerst dankbar“. Ein Satz, der vom Publikum mit einem besonderen Applaus bedacht wurde.

Vortragsblock

Durch die anschließenden Vorträge führten in bewährter Weise Frau Dr. Sabine Schade-Lindig und Herr Dr. Kai Mückenberger. Der Vortragstag war in drei Vortragsblöcke mit neun Beiträgen unterteilt. Der zeitliche Bogen reichte dabei von der Eiszeit – mit der Vorstellung des Breitscheid-Erbacher Höhlensystems – bis in das mittelalterliche Frankfurt. Im ersten Vortragsabschnitt gab es in diesem Jahr zudem erstmals einen thematischen Schwerpunkt mit drei Vorträgen zur Linearbandkeramik.

In der Mittagspause wurde den Teilnehmern nach vorheriger Anmeldung wieder die Möglichkeit geboten, in geführten Rundgängen die Altstadt Idsteins zu erkunden. Den sieben Stadtführern der Stadt sei an dieser Stelle für ihren Einsatz gedankt.

Mit einem „doppelten“ Abendvortrag zur „Archäologielandschaft Rheingau-Taunus, dem Hintertaunus und dem Idsteiner Land“ beendeten Dr. Sabine Schade-Lindig und Dr. Kai Mückenberger die diesjährige Vortragsreihe und gaben der Veranstaltung damit einen gelungenen Abschluss. Der daran anschließende Abendempfang der Stadt Idstein rundete diesen an vielen neuen Erkenntnissen reichen Tag ab.

Leider war der Wettergott den Exkursionsteilnehmern und den ausrichtenden Vereinen am Sonntag nicht sonderlich milde gestimmt, doch trotzten etliche wetterharte Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Elementen.

Ein herzliches „Dankeschön“ an alle Beteiligten der Stadt Idstein und der Abteilung hessenARCHÄOLOGIE im Landesamt für Denkmalpflege Hessen, die zum Gelingen des diesjährigen hessenARCHÄOLOGIE-Tages beigetragen haben!

Dr. Beate Leinthaler, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, hessenARCHÄOLOGIE