„Liefrink-Haus“ in Usingen

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Ansicht des "Liefrink-Hauses" vom Platz aus
Ansicht des "Liefrink-Hauses" vom Platz aus

Preisträger: Magistrat der Stadt Usingen

Preis: Anerkennung und Urkunde

Fachwerkhaus („Liefrink-Haus“), Marktplatz 21, Usingen

Der historische Marktplatz in der Residenzstadt Usingen ist mit seiner einheitlichen Bebauung und seinen Blickbeziehungen ein charakteristisches Beispiel barocker Stadtbaukunst. An der Nordseite befindet sich das sogenannte Liefrink-Haus, in dem heute ein Restaurant untergebracht ist. Benannt wurde das Haus nach der letzten Besitzerin, Elfriede Liefrink. 

Die Stadt Usingen hat das über Jahre leer stehende Liefrink-Haus gezielt erworben, um es im Zuge der Altstadtsanierung denkmalgerecht sanieren zu lassen. Neben der umfangreichen Instandsetzung des Fachwerks, dem Einbau neuer Verbundfenster mit Bleisprossen, einer Innendämmung mit Schilfrohrmatten und Strohlehmputz konnte auch die fragmentarisch erhaltene Marmorierung der Raumschale an einer Wand gesichert werden, die nun von den Gästen des Restaurants wieder besichtigt werden kann. 

Entscheidend aber ist dabei, dass die Rechnung des Magistrats der Stadt Usingen aufgegangen ist: durch die Sanierungsmaßnahme konnten weitere Eigentümer davon überzeugt werden, ihre den Platz rahmenden Gebäude denkmalgerecht zu sanieren: Der Eigentümer des Gebäudes Marktplatz 25 etwa ließ die Fassade des Pendants zum Liefrink-Haus nach erfolgter farbrestauratorischer Untersuchung in gleicher Farbgebung anlegen. Und auch die Hugenottenkirche, die in der Achse zwischen den beiden vorgenannten Gebäuden steht, soll nun saniert werden. Dadurch ergibt sich die einmalige Chance, die gesamte Nordseite des Platzes bald in ihrer ursprünglichen barocken Farbgebung wieder erleben zu können. Aber auch auf der Südseite des Marktplatzes ist mittlerweile schon die Sanierung eines weiteren Kulturdenkmals angestoßen worden. 

Für den Ankauf und die denkmalgerechte Sanierung des Einzeldenkmals „Liefrink-Hauses“ wird der Magistrat der Stadt Usingen mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet, denn er hat durch diese Maßnahme entscheidend zur Bewahrung des Ensembles „Marktplatz“ beigetragen.