Villa Marienquelle in Wiesbaden

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Villa Marienquelle in Wiesbaden
Villa Marienquelle in Wiesbaden

Preisträger: Dr. Nina Stoelting und Gabor Török

Preis: Urkunde und Geldpreis 4.000,- Euro

Villa Marienquelle, Nerotal 37 in 65193 Wiesbaden

„Die liebevolle Sanierung der 1872 erbauten Villa Marienquelle im Nerotal ist ein besonderer Glücksfall für die hessische Denkmalpflege“, sagte Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. Die stadtbildprägende Villa sei ein herausragendes Zeugnis bürgerlicher Wohnkultur des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts in Wiesbaden und trage in erheblichem Maße zum Selbstverständnis der Stadt Wiesbaden als Kurstadt von Weltrang bei. „Die Eigentümer haben die Generalsanierung über mehrere Jahre mit einer weit über das Gebotene hinausgehenden Eigenleistung begleitet. Das hervorragende Ergebnis zeigt sich vor allem auch in den mit besonderem Kunstverständnis behandelten Details im Innen- und im Außenraum. Die gesamte Sanierung besticht durch ein hohes Maß an handwerklichem Geschick und re-stauratorischer Fachkompetenz. Darüber hinaus haben sie historische Quellen gesichtet und Fundstücke gesichert, die für die Stadtgeschichte bedeutsam sind. Verantwortungsvollere Hüter ihres besonderen Zeugniswertes und Pfleger ihres einzigartigen Charmes und ihrer Eleganz hätte sich die Villa kaum wünschen können. Aufgrund dieser Leistungen werden Frau Dr. Stölting und Herr Gabor Török mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis 2015 ausgezeichnet.“

Dabei war es noch vor einigen Jahren gar nicht gut bestellt um die Standsicherheit des Hauses, das aus ungeklärten Gründen langsam aber sicher den steilen Berghang herunterrutschte. Tiefe Fassadenrisse kündigten die drohende Gefahr an. Trotz dieser ungemütlichen Situation entschieden sich die Künstler Dr. Nina Stoelting und Gabor Török im Jahre 2012 für den Kauf und die Sanierung des Villengebäudes. Alte Fotos und Handwerkerrechnungen lieferten die Vorlage für zahlreiche Details. 

Mittels aufwändiger Tiefeninjektionen wurde das Gebäude wurde das Gebäude neu im Boden verankert. Dann konnte mit der denkmalgerechten Eindeckung des Daches durch Schieferplatten begonnen werden. Parallel dazu wurden Fassadenelemente und Friese in Sandstein, Keramik und Holz wiederhergestellt. Im Innenbereich wurden tragende Deckenbalken ausgetauscht. Im Außenbereich erfolgte die Wiederherstellung der ursprünglichen Einfriedung durch Sandsteinmauern und –pfosten sowie die Wiederherstellung des Bodenbelages und der Bepflanzung.