„Haus Lütcke“ in Amöneburg

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„Haus Lütcke“ in Amöneburg
„Haus Lütcke“ in Amöneburg

Preisträger: Sarah und Felix Naglik, An der Winneburg 1, 35287 Amöneburg

Preis: Urkunde und Geldpreis 5.000,- Euro für die behutsame und detailgetreue Restaurierung von „Haus Lütcke“ (Landkreis Marburg-Biedenkopf) 

Das schlichte, mit liebevollen Details und Schmuckelementen versehene Wohnhaus wurde von Hubert Lütcke (1887-1963) 1950-52 als Altersruhesitz geplant und gebaut. Lütcke war von 1925-1933 als Regierungsbaudirektor in Marburg tätig. Sein Hauptwerk ist der Neubau des Kunsthistorischen Instituts (Hülsen-Haus) in Marburg von 1927. Lütcke prägte mit seiner expressionistischen Formensprache in und um Marburg den sogenannten „Marburger Zackenstil“. Auch bei diesem Gebäude finden sich in den Giebelbereichen Zackenmuster in der Ziegelfassade. 

Das Zwerchhaus ist als Kontrast zur roten Biberschwanzdeckung des Daches mit Schiefer bekleidet. Lütckes Gestaltungswille lässt sich auch an Außendetails, an Fenster, Türen und Vergitterungen ablesen. Hier findet sich dieselbe ornamentale Ausprägung wie an seinen Marburger Gebäuden oder wie an der Eingangsleuchte der Brandenburgischen Akademie der Bildenden Künste in Berlin, wo Lütcke nach seiner Marburger Zeit tätig war. Auch der Garten wurde von Lütcke gestaltet. Wie für den Sockel wurde für die Terrassierung Amöneburger Basalt verwendet.

Sarah und Felix Naglik haben das „Haus Lütcke“ 2012 erworben und seitdem im Bewusstsein der besonderen geschichtlichen und künstlerischen Bedeutung restauriert. Dies zeigt sich bei ihren Maßnahmen zur Pflege und Erhaltung der nahezu vollständig erhaltenen Originalausstattung. Selbst Schalter und Bedienelemente wie Heizkörperthermostate oder Armaturen wurden restauriert oder im Stil der Originale „zurückgebaut“. Ebenfalls wurden drei unsachgemäß eingebaute, moderne Fenster gegen Rekonstruktionen ausgetauscht. Die erhaltenen Fenster wurden durch Handwerker restauriert und teilweise zu Kastenfenster erweitert. Ergänzende Sanierungen und Erneuerungen fügen sich zurückhaltend gut ein. 

Durch das hohe Engagement der Eigentümer und die detailgetreuen Maßnahmen zur Erhaltung, Pflege und Restaurierung des geschichtlich und künstlerisch wertvollen „Haus Lütcke“ wurde ein besonderes Kulturgut für die Nachwelt erhalten. Sarah und Felix Naglik erhalten hierfür den Hessischen Denkmalschutzpreis mit einer Urkunde und einem Preisgeld in Höhe von 5.000,-- Euro