„Haus der Begegnung“ in Königstein

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„Haus der Begegnung“ in Königstein
„Haus der Begegnung“ in Königstein

Preisträger:  Stadt Königstein und der Verein Denkmalpflege Königstein e. V. (Hochtaunuskreis)

Preis: Anerkennung und Urkunde für das geleistete Engagement zum Erhalt des Objektes seitens des Vereins und für die umfassende und vorbildliche Sanierung durch die Stadt.

Das 1988 unter Schutz gestellte „Haus der Begegnung“ in Königstein wurde 1954 vom Architekten Hans Busch in der Architektursprache der Moderne als Zentrum für Heimatvertriebene gebaut. Zwölf Jahre nach seinem Eintrag in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen führte die wirtschaftliche Unzumutbarkeit der erheblichen Sanierungskosten zur von der Stadt Königstein als Eigentümerin beantragten Abrissgenehmigung. Zum Vollzug der Genehmigung kam es jedoch nicht, weil Königsteiner Bürger und der Verein Denkmalpflege Königstein e. V. sich für den Erhalt des geschichtsträchtigen Hauses einsetzten. Ein engagierter Schriftwechsel in unseren Akten zeugt heute noch von dem vehementen Veto des Vereins gegen den geplanten Abriss. Mit knapper Mehrheit beschloss der Magistrat der Stadt daher 2009 das Wagnis einer umfassenden Instandsetzung des Gebäudes einzugehen. 

Der zweigeschossige Saalbau, ein im Hanggelände quergelagerter Rechteckkubus mit leicht gewölbtem Pultdach, dominiert  heute noch das Erscheinungsbild der Stadt in der Topographie der Landschaft. Die südliche Außenwand des Versammlungsraums besitzt eine großflächige, künstlerisch gestaltete Verglasung, deren Gestaltung mit dem in den Putz eingeritztem „Königsteiner Engel“ dieser talzugewandten Fassade korrespondiert. Ein zweiter Engel ziert die Putzfassade der Straßenwand. Die als „Königsteiner Engel“ bekannt gewordenen Dekorationen wurden vom Künstler Jupp Jost geschaffen, der gemeinsam mit dem Architekten auch für die dekorativen Elemente der Raumschalen und Ausstattung im Stil der 1950er verantwortlich war. 

Die bauzeitlichen Bodenbeläge aus Naturstein und Linoleumplatten, die großflächige Kunstverglasung sowie die beeindruckende „Acella“ Faltendecke in grün-bläulichen Farben bestimmten zusammen mit der winklig geführten Empore und den typischen Ausstattungsgegenständen der 1950er, wie Stühlen und Garderoben, bis in die jüngere Gegenwart das Erscheinungsbild der Räumlichkeiten. Einige der Ausstattungsgegenstände mussten geopfert werden, andere konnten rekonstruiert werden, so dass Sie heute hier im Saal der zeittypischen Atmosphäre der 1950er Jahre nachspüren können. 

Dem Denkmalpflegeverein und seinem Einsatz für den Erhalt des Kulturdenkmals möchten wir an dieser Stelle herzlich danken. Ohne die Übernahme des finanziellen Risikos durch die Stadt Königstein, die sich vom diesem Bürgerwillen überzeugen ließ, wäre das Haus der Begegnung nicht erhalten geblieben. Dafür wird sie als Eigentümerin mit dem hessischen Denkmalschutzpreis 2014 ausgezeichnet.