Burgsitz in Spangenberg

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Burgsitz in Spangenberg
Burgsitz in Spangenberg

Preisträgerin:  Stiftung „Himmelsfels“, Burgsitz 1, 34286 Spangenberg

Preis: Anerkennung und Urkunde für die denkmalgerechte Sanierung eines der bedeutendsten Fachwerkbauten der Region als vorbildliches integratives Projekt für Langzeitarbeitslose und Jugendliche (Schwalm-Eder-Kreis).

Der Burgsitz in Spangenberg erhebt sich als deutliche Landmarke am höchsten Punkt der Altstadt. Zusammen mit dem Fritzlarer Hochzeitshaus ist er eines der größten und bedeutendsten Fachwerkhäuser der Region. Bauherrin des 1565 fertiggestellten Gebäudes war Margarethe von der Saale, eine Nebenfrau des Landgrafen Philipp des Großmütigen. Erneuerungsarbeiten von 1737 prägen sein heutiges Erscheinungsbild. 

Über 20 Jahre stand das Gebäude zuletzt leer, Sanierungsabsichten scheiterten. Ein Brand schien 2005 das Schicksal des Hauses zu besiegeln, als sich 2009 die Stiftung Himmelsfels des Fachwerkbaus annahm. Die Sanierung wurde als soziales Projekt gestartet. Langzeit- und Jugendarbeitslose mit geringen beruflichen Chancen und Migranten führten die Maßnahme durch. Die ungelernten Handwerkerinnen und Handwerker wurden von Bodo Schellhorn, dem Leiter der Werkhütte Kassel, angeleitet. Die Organisation lag bei Johannes Weth, dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Himmelsfels. 

Das Fachwerkgefüge wurde denkmalgerecht saniert, die Westfassade verschindelt. Holzfenster ersetzte man nach historischem Vorbild, das herrschaftliche Portal wurde wieder hergestellt. Das Haus verfügt heute über eine fachgerechte Innendämmung und eine zeitgemäße Infrastruktur. Im Erdgeschoss ist das Büro der Stiftung und ein Regionalladen, in den Obergeschossen entstehen Unterkünfte für Jugendliche.

Neben zahlreichen ehrenamtlichen Helfern arbeiteten insgesamt 145 langzeitarbeitslose Menschen auf der Baustelle. 49 von ihnen wurden im Verlauf des Projektes in den Arbeitsmarkt vermittelt: „Durch die Arbeit am Burgsitz hat sich mein Leben positiv verändert. Ich habe gelernt auf andere zuzugehen und sie zu akzeptieren. Die Arbeit am Burgsitz hat mir geholfen, wieder Kontinuität in mein Leben zu bringen. Zu guter Letzt habe ich durch das Projekt auch endlich wieder einen festen Arbeitsplatz gefunden.“ So einer der Jugendlichen.

Für die Durchführung des vorbildlichen integrativen Projektes und die damit verbundene beispielhafte Sanierung eines bedeutenden Kulturdenkmals erhält die Stiftung Himmelsfels den Hessischen Denkmalschutzpreis 2014.