Weinhaus Schultes mit Deutschem Preis für Denkmalschutz ausgezeichnet

Nach dem Hessischen Denkmalschutzpreis im Jahr 2019 wurde das Weinhaus Schultes in Limburg am 22. Oktober 2021 bei der Jahrestagung des Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz in Berlin auch mit der Silbernen Halbkugel des Deutschen Preises für Denkmalschutz ausgezeichnet.

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Man sieht die Übergabe der Silbernen Halbkugel an Achim Kramb durch Dr. Gunnar Schellenberger, den Präsidenten des Deutschen Preises für Denkmalschutz
Dr. Gunnar Schellenberger, Präsident des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz überreicht Achim Kramb die Silberne Halbkugel des Deutschen Preises für Denkmalschutz für die behutsame Instandsetzung des Weinhauses Schultes in Limburg.

„Die Instandsetzung des Weinhaus Schultes in Limburg ist eine Restaurierungsmaßnahme im Sinne einer Reparatur: das Austauschen von beschädigten Bauteilen wurde auf ein Minimum beschränkt, Gebrauchsspuren als Bestandteil des natürlichen Alterungsprozesses des Gebäudes verstanden. Auch die beteiligten Handwerksfirmen haben die Herausforderung in Rückbesinnung auf jahrhundertealte Techniken mit großem Erfolg bewältigt und damit entscheidend zum Gelingen der Maßnahme beigetragen - das ist wirklich preiswürdig“, sagte Prof. Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen heute in Wiesbaden. „Wir freuen uns sehr über die Nachricht, dass Achim Kramb für diese Leistung mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz, der bundesweit höchsten Auszeichnung auf dem Gebiet der Denkmalpflege und des Denkmalschutzes, ausgezeichnet wird.“

Die anspruchsvollste Aufgabe der Maßnahme bestand darin, den Gastraum so zu restaurieren, dass man ihm dies nicht ansah. Die über ein Jahrhundert durch Nikotinschwaden dunkelbraun gefärbten Oberflächen wurden durch Restauratoren aufwändig gereinigt. Wesentlich für die Beibehaltung des bauzeitlichen Raumeindrucks war die gesamte bewegliche Ausstattung wie Mobiliar, Tische und Stühle sowie alle Bilder, die nach ihrer Reinigung und teilweise auch Restaurierung zurück an ihren altvertrauten Standort kehrten. Auch der historische Kachelofen wurde mit einem Heizregister im Sonderbau ausgestattet, so dass die Gäste nun wieder in den Genuss der altvertrauten Strahlungswärme kommen.

Preisträger Achim Kramb sagte: „Für mich gibt es viele Erlebnisse, die die Sanierung zu einem unvergesslichen Erlebnis machten. Menschen, die mir den Stammplatz ihres vor 40 Jahren verstorbenen Großvaters zeigten, oder ein älterer Herr, der das Lokal nach der Wiedereröffnung zielstrebig betrat, um wie immer - d.h seit 50 Jahren - seinen Stammplatz einzunehmen. Die Sanierung hat mich sehr viel Kraft, Energie, Zeit und Geld gekostet. Es ist, als hätte das Haus auf mich gewartet.“

Dr. Katrin Bek
26.10.2021