Vom gemeinsamen Konzept zur gemeinsamen Umsetzung

Am 13.05. stellte das Landesamt für Denkmalpflege gemeinsam mit der Stadt Oberzent im Stadtteil Beerfelden das jüngste Arbeitsheft zur Burgruine Freienstein im Odenwald vor. Doch blickten die Beteiligten nicht nur auf eine erfolgreiche Publikation zurück, sondern zeigten auch deutlich auf, wie es mit der Ruine und dem neu gegründeten Förderverein Burg Freienstein e.V. weitergehen wird.

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Foto des Teams zur Burgruine Freienstein
v.l.: Dr. des. Thomas Becker (LfDH), Dr. Gerd Strickhausen, Dr. Jürgen Kammer, Christian Breckner, Prof. Dr. Markus Harzenetter (LfDH), Kristin Schubert M.A. (LfDH), Landrat Frank Matiaske, Bürgermeister Christian Kehrer.

Der Blick zurück

Mit der Veranstaltung kehrte das Landesamt für Denkmalpflege Hessen erneut an die Stelle zurück, an der mit einem spannenden Abendvortrag 2017 der Grundstein für die nun vorgestellte Publikation gelegt wurde: Die Turnhalle in Beerfelden. In den vergangenen Jahren ist viel geschehen, wie der Präsident des Landesamtes, Prof. Dr. Markus Harzenetter, zu berichten wusste. Auch wenn man es der Ruine nicht sofort ansieht. „Es ist sehr viel im Hintergrund gelaufen, was nicht direkt sichtbar ist, aber für die weiteren Maßnahmen unglaublich wichtig wird“, berichtete Harzenetter. Diese Grundlagen waren nur dank der engen und guten Kooperation aller Beteiligter möglich, wie sowohl Bürgermeister Christian Kehrer als auch Landrat Frank Matiaske in ihren Grußworten betonten.

Erkenntnisse als Fundament

Von einer 3D-Lasererfassung der oberirdisch sichtbaren Anlage über archäologische Georadaruntersuchungen bis zu einer umfassenden Schadensaufnahme stellten die Experten in Oberzent die neusten Ergebnisse ihrer Arbeiten vor. Dabei gab es auch viele neue und spannende Einblicke in die Vergangenheit der Anlage. „Der historische Plan wird sicherlich weitergeschrieben werden“, berichtete Dr. des. Thomas Becker von der Abteilung hessenARCHÄOLOGIE am Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Der Koordinator der Außenstelle in Darmstadt ermöglichte in seinem Vortrag einen Einblick, wie Archäologie auch ohne Grabungen an ausgewählten Stellen zerstörungsfreie Einblicke in die Burggeschichte bieten kann. Damit ergänzten die Arbeiten der Archäologen die umfassende bauhistorische Erfassung der Burgruine, die Dr. Gerd Strickhausen präsentierte. Seine Forschungen ergänzten und korrigierten nicht nur die bisher bekannte Geschichte der Ruine, sie stellten auch deren Besonderheiten heraus. „Wir hatten es hier mit einem architektonisch sehr sauberen Entwurf zu tun“, so Strickhausen. Ein Einblick in die Erkenntnisse der Tragwerkplaner durch Christian Breckner zeigte auf, was konkret geschehen muss, um die Burgruine wieder für die Öffentlichkeit zu sichern.

Der Blick nach vorne

Um dieses Ziel zu erreichen gründete sich der Förderverein Burg Freienstein e.V., dessen Vorsitzender Dr. Jürgen Kammer einen konkreten Ausblick auf die Erschließung der Burgruine Freienstein für die Öffentlichkeit gab. Kurzfristig sollen Teile der Burg mit Zäunen gesichert werden, mittelfristig ist geplant, die ganze Burg zugänglich zu machen, langfristig wird gemeinsam mit allen Partnern ein Nutzungskonzept für die Ruine entwickelt. „Ich bin ausgesprochen guter Hoffnung, dass wir den Schwung der hier vor Ort zu spüren ist, ganz konkret umsetzen können“, freute sich Harzenetter. Auch Bürgermeister Kehrer konnte diese nur unterstützen. „Es gibt viel zu tun, packen wir es an.“

Lars Görze M.A., Landesamt für Denkmalpflege Hessen
25.05.2022