Verleihung des Hessischen Denkmalschutzpreises 2021

Ob Hofreite, Herrenhaus oder Kiosk – mit großem Engagement ist es Eigentümerinnen und Eigentümern gelungen, historische Bauwerke vor dem Abriss zu bewahren, behutsam instand zu setzen und als Zeugnisse unserer Geschichte zu bewahren. Zehn Preisträger wurden am 15. September 2021 in der Rotunde des Biebricher Schlosses durch Staatsministerin Angela Dorn mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet. Ab 1. Dezember sind die Bewerbungen zum Denkmalschutzpreis 2022 möglich.

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Foto. Die Preisträgerinnen und Preisträger des Hessischen Denkmalschutzpreises 2021 vor der Rotunde des Schlosses Biebrich in Wiesbaden.
Die Preisträgerinnen und Preisträger des Hessischen Denkmalschutzpreises 2021 vor der Rotunde des Schlosses Biebrich in Wiesbaden.

Ausgezeichnete Projekte

Den ersten Preis des mit insgesamt 20.000 Euro dotierten und von Lotto Hessen gestifteten Hessischen Denkmalschutzpreises erhielten in diesem Jahr gleich zwei Objekte. In Herleshausen-Nesselröden erhält die Familie Kruse eines der bedeutendsten Renaissanceschlösser des Werralandes. „Das über Jahrzehnte andauernde, idealistische Engagement der Familie Kruse für ein bedeutendes Kulturdenkmal in einer strukturschwachen Region ohne jeden finanziellen Nutzen ist herausragend“, sagte Gerwin Stein, Leiter der Beratungsstelle Handwerk und Denkmalpflege an der Propstei Johannesberg. Das Wellehannese-Haus in Waldbrunn-Ellar ist ebenfalls das Ergebnis jahrzehntelangen Ringens und enormen persönlichen Engagements. Augezeichnet wurden Georg und Bettina Gröschen, die das Haus und die angrenzende Scheune in ein Juwel des Ortes verwandelten. „Der Preis ist sowohl Anerkennung des unter Aufbietung aller Kräfte Geleisteten als auch als Motivation, das begonnene Werk zu vollenden“, sagte Dr. Markus Miller, Direktor von Schloss Fasanerie in Eichenzell.

Mit dem zweiten Preis wurden die Angel 11 in Fulda und das Kulturhaus in Heidenrod-Laufenselden gewürdigt. „Der Umgang mit den Zeitschichten und der Bausubstanz ist herausragend – vom ursprünglichen Fassadenputz, dem Erhalt und Aufarbeiten von Fenstern und Türen, dem Freilegen von Böden bis hin zu den Wandfarben“, erläuterte Laudatorin Jasmin Sanchez-Lux, Leiterin der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Kassel, die herausragende Maßnahme des Preisträgers Peter Sichau in Fulda. Zu Gerd Rixmanns Mühen um das Kulturhaus erläuterte Laudatorin Dorothee Hoffmann, Leiterin Unternehmenskommunikation bei Lotto Hessen: „Sowohl die behutsame Instandsetzung als auch die am Gemeinwohl orientierte Nutzung, durch die der Ortskern von Laufenselden belebt wird, sind vorbildlich.“

Der dritte Platz ging nach Mücke-Ober-Ohmen und zeichnete Zandra Martinez und Ulrich Malessa für ihre Arbeiten am Koallese-Haus aus. „Im Obergeschoss wird die archaische Anmutung des mittelalterlichen Hauses besonders spürbar und es braucht nicht viel Fantasie, sich das Leben im 16. Jahrhundert vorzustellen“, beschrieb Dr. Verena Jakobi, Landeskonservatorin im Landesamt für Denkmalpflege Hessen, den Charme des Hauses.

Für das Limburger Schloss erhielt die Stadt Limburg den ersten Platz für öffentliche Projekte. „Diese Instandsetzung ist nicht nur ein wichtiger Beitrag zur Stadtbildpflege, sondern auch zur Geschichte der Region. Damit wird das Limburger Schloss seinen festen Platz in der europäischen Stadt-, Architektur- und Kunstgeschichte auch künftig einnehmen“, sagte Laudator Prof. Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.

Ein Sonderpreis ging an die ehemalige Synagoge in Meißner-Abterode mit den beiden Vereinen Vereine für seelische Gesundheit e. V. und Freundinnen und Freunde des jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis e. V.. „Der Preis verbindet Denkmalpflege mit sozialem Engagement und einem klaren Bekenntnis gegen Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung“, sagte Christian Bührmann, Referatsleiter im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Mit den Ehrenamtspreis mit 7.500 Euro dotierten und durch die Hessische Staatskanzlei gestifteten Ehrenamtspreisen wurden der Verein Zusammen in der Postsiedlung e.V. für den Kiosk in der Moltkestraße in Darmstadt, die Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte Allendorf a.d. Lumda e.V. für ihre Bemühungen um Heimatgeschichte und Denkmalpflege sowie der Verein für Denkmalpflege Mönchshaus e.V. für das Mönchshaus in Espenau-Mönchehof ausgezeichnet.

Maßstäbe setzen

„Wir hatten es in diesem Jahr mit einer besonders großen Anzahl von herausragenden Maßnahmen zu tun, von deren Qualität wir uns vorab im Rahmen einer zweitägigen Jurybereisung überzeugt haben: Im Umgang mit ihren Gebäuden haben die Denkmaleigentümerinnen und -eigentümer mit viel Idealismus, großer Sensibilität und bewundernswertem Engagement großartige Lösungen gefunden. In allen Fällen geht die handwerkliche Qualität weit über das geforderte Maß hinaus. Mit dem Denkmalschutzpreis wollen wir zusammen mit der Lotto Hessen GmbH und der Hessischen Staatskanzlei auch in Zukunft Maßstäbe für den Umgang mit unserem baukulturellen Erbe in Hessen setzen“, so Prof. Dr. Markus Harzenetter.

Lesen Sie hier mehr zu den Preisträgern des Hessischen Denkmalschutzpreises 2021.

Bewerbungen um den Hessischen Denkmalschutzpreis 2022 sind ab dem 1. Dezember 2021 wieder auf unserer Homepage möglich! Wir freuen uns auf die neue Runde!

Katrin Bek, Lars Görze
30.09.2021