Elf Mal Preisverdächtig

Zwei Tage lang reiste die Jury für den Hessischen Denkmalschutzpreis auch in diesem Jahr wieder durch Hessen, um sich ein Bild der für den Preis nominierten und vorausgewählten Maßnahmen zu machen. Die Vielfalt der elf bereisten Objekte reichte vom traditionellen Fachwerkhaus über umgenutzte Fabrikgebäude bis zu einer sich über zwei Straßen erstreckenden Gesamtanlage. Einige der Eigentümer werden am 15. September über eine Bronzeplakette, eine Urkunde oder auch einen Geldpreis jubeln können.

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Die Jury des Hessischen Denkmalschutzpreises.
v.l.: C. Bührmann (HMWK), A. Karn (Preisträger 2019), M. Kloft (Bistum Limburg), D. Hoffmann (Lotto Hessen), M. Harzenetter (LfDH), G. Stein (Propstei Johannesberg), K. Repp (Handwerkskammer Wiesbaden), K. Benak (LfDH), E. Michelsen (UD Bad Homburg)

600 Kilometer durch Hessen

Von Kassel im Norden bis Darmstadt im Süden und von Fulda im Osten bis Kiedrich im Westen legte der Jurybus über zwei Tage insgesamt mehr als 600 Kilometer zurück. Bei hochsommerlichen Temperaturen begrüßten die potenziellen Preisträgerinnen und Preisträger eine hochgradig besetzte Jury, bestehend aus Expertinnen und Experten des Handwerks, der Denkmalpflege und des Preisträgers des vergangenen Jahres. Die Jury nutzte die Gelegenheit, um sich einen Eindruck der geleisteten Arbeiten zu verschaffen und die Preisträger näher kennenzulernen. Mit Masken, Desinfektionsmittel und Abstand wurde dafür gesorgt, dass die Bereisung ohne Risiken stattfinden konnte. „Es freut mich ganz besonders, dass wir die Jurybereisung trotz der schwierigen Umstände realisieren konnten“, so der Juryvorsitzende Prof. Dr. Markus Harzenetter. „Schon die Bereisung an sich ist eine Anerkennung für die herausragende Qualität der Bewerbungen und die Leistungen der Denkmaleigentümerinnen und -eigentümer.“

Geschichten und Gebäude

Auch in diesem Jahr gab es wieder viel zu erleben und viele Geschichten zu entdecken. Von einem abbruchreifen und in letzter Minute geretteten Fachwerkhaus über das Geburtshaus des letzten Müllers von Delkenheim bis zu einem Studierendenhaus, bei dem die Studierenden selbst Teil des Planungsteams waren – das Spektrum an Impressionen war beeindruckend. In Darmstadt erwartete die Jury gleich ein ganzer Straßenzug, dessen sanierte Gebäude aus den zwanziger Jahren das Stadtbild aufwerten und einen Eindruck davon vermitteln, welche städtebaulichen Ideen den Planungen zugrunde lagen. „Die Vielfalt an hochwertigen und preiswürdigen Bewerbungen wird uns die Auswahl der Preisträger und Preisträgerinnen auch in diesem Jahr nicht leicht machen“, freute sich der Juryvorsitzende.

Verleihung des Hessischen Denkmalschutzpreises am 15. September 2020

Die finale Auswahl der Preisträger erfolgte in einer abschließenden Jurysitzung, bei der alle Objekte noch einmal umfassend diskutiert wurden. Am 15. September wird diese Entscheidung im Schloss Biebrich in feierlichem Rahmen verkündet. Die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, wird die Preise verleihen.

Kulturdenkmäler sind in ihrer Geschichte und Substanz immer einzigartige Gebäude, deren Erhalt individueller Lösungen bedarf. Lösungen, die nicht nur das Objekt, sondern auch seine Lage, seine Bedeutung für das Stadtbild und die Entwicklung der Orte in einem gemeinsamen Konzept berücksichtigen. Die Menschen, die diese vorbildlichen und zukunftsfähigen Lösungen in oft langwierigen Abwägungsprozessen mit großem Feingefühl und Liebe zum Detail möglich gemacht haben, werden mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis auszeichnet. Die Preise werden von der LOTTO Hessen GmbH und der Hessischen Staatskanzlei gestiftet. Insgesamt ist der Preis mit 27.500 € dotiert. 

Lars Görze, Landesamt für Denkmalpflege Hessen
07.09.2020