Denkmal-Europa begleitet Zeitreisen jetzt noch komfortabler

Die crossmediale Website Denkmal-Europa erschließt das kulturelle Erbe Europas sinnlich, spielerisch und lustvoll. Jede/r folgt dabei im eigenen Tempo eigenen Interessen. Anlässlich des Weltkindertages am 20. September wurde die Website überarbeitet und verbessert. Dr. Hanna Dornieden, Inventarisatorin im Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Bau- und Kunstdenkmalpflege, hat gleich drei Beiträge dafür geliefert.

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Ansicht einer Stadt in unterschiedlichen Zeiten: vom Dorf bis zum Industriestandort.
„Woran erinnern uns Denkmäler? Was heute alt ist, war irgendwann mal neu und wurde dann mit etwas Glück von Generation zu Generation weiter gereicht.“ So beginnt der Trailer zur Website.

Vom Spuren Lesen und Lernen

Wie man historische Häuser lesen und lieben lernen kann, erklärt Dornieden in einem der 15 Beste-Praxis-Beispiele, die die Website bereitstellt, anhand von für Hugenotten und Waldenser erbauten Siedlungen und Ortschaften. Auf der Suche nach einem besseren Leben durchquerten die Glaubensflüchtlinge im 17. und 18. Jahrhundert auch Hessen. Hanna Dornieden hat recherchiert, welche Dörfer, Orte und Spuren es bis heute gibt, woran man sie erkennt und wie sie sich von anderen Dörfern unterscheiden.

Vom Wahrnehmen, Fotografieren und Forschen

In einem der 12 Schulterblicke, durch die man Experten bei ihrer Arbeit begleiten kann,  erzählt Hanna Dornieden, warum sie Denkmalpflegerin geworden ist, welche Rolle die Fotografie bei ihren Recherchen spielt und warum sie auch in ihrer Freizeit oft  fragt, wie das eine oder andere Haus ursprünglich ausgesehen hat und ob es ein Denkmal ist oder nicht. Wie man störende Elemente an einem Gebäude erkennt, was Kerbspuren auf Balken bedeuten, welche Bedeutung Risse im Mauerwerk haben und welche Materialien und Farbschichten sich im Laufe der Zeit wie verändern, erklärt Dornieden in einem weiteren Schulterblick mit dem Titel „Wie lese ich Spuren der Zeit“. 

Was man alles bei Denkmal-Europa findet

Neben den 15 Beste-Praxis-Projekten und den 12 Schulterblicken findet man bei Denkmal-Europa 11 Zeitleisten, 22 Toolbox-Ideen, ein Denkmal-ABC und 7 Graphic Novels sowie ein Workbook zum Download. Das Workbook ist die analoge Ergänzung zur Online-Ausstellung. Es inspiriert und gibt praktische Hinweise dafür, wie man Spuren aus der Geschichte Europas vor der eigenen Haustür erkennen und wie man sie erforschen und dokumentieren kann. Das Workbook kann als Klassensatz oder für unterschiedlich große Lerngruppen bestellt werden.  

Für wen ist Denkmal-Europa und was ist die Grundidee?

„Denkmal-Europa richtet sich an alle, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, aber auch an alle, die schon immer mal wissen wollten, warum es wichtig ist, dass Menschen sich für die Erhaltung des Erbes unserer Vorfahren einsetzen“, sagte Prof. Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen und Vorsitzender der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland. „Jahrhundertealtes, fast vergessenes Wissen um das Bauen und Wohnen bekommt mit den unterschiedlichsten Vermittlungsebenen der Website eine ganz neue Bedeutung und schließt unmittelbar an die Erfordernisse eines in die Zukunft gerichteten, ressourcen-schonenden und ökologisch orientierten Umgangs mit unserer Umwelt an.“

Ausgangspunkt der Entwicklung der Website waren Projekte, die die Landesämter für Denkmalpflege anlässlich des Europäischen Kulturerbejahres 2018 entwickelt haben. Auf der Website sind sie in Form einer digitalen Ausstellung dokumentiert und so aufbereitet, dass man noch lange sehr viel Inspiration daraus ziehen kann. Die Seite wurde bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

Wer hat die Website entwickelt?

Anke Leitzgen, Bildungsjournalistin und Lerndesignerin hat die Website in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit in der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger (VDL) entwickelt und umgesetzt. Menschen jeder Altersgruppe durch unmittelbare Bezüge zu ihrer Alltagswelt erreichen und dort abholen, wo sie stehen, um ihnen neue Horizonte und andere Sichtweisen zu eröffnen ist ihr Ziel. Deshalb steht die die sinnliche Wahrnehmung, das Staunen, der Spaß und die Freude am Verstehen im Mittelpunkt all ihrer Projekte. Es ist ihr ein Grundanliegen, sich zu engagieren und andere dazu zu ermuntern, ihre Stimme zu erheben und sich einzusetzen. 

Dr. Katrin Bek, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Bau- und Kunstdenkmalpflege
24.09.2020