Christian Seitz unterstützt die Digitalisierungsstrategie des Landesamtes

Um den Herausforderungen der voranschreitenden Digitalisierung konzeptionell, strukturell und auf technischer Ebene gerecht werden zu können, unterstützt der Archäologe und Informatiker Christian Seitz seit dem 1. November 2020 den Digitalisierungsprozess im Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Schon lange beschäftigte er sich mit der Integration moderner Techniken in der Denkmalpflege.

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Christian Seitz
Bereitet den Weg in eine digitale Zukunft: Der Archäologe und Informatiker Christian Seitz.

Moderne Technologien in klassischen Wissenschaften

Seitz studierte in Heidelberg Ur- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie sowie Informatik und hat sich schon im Rahmen seines Studiums mit der Frage beschäftigt, welche Möglichkeiten es in der Archäologie für die Verwendung modernster Technologien gibt. Besonders hatten es ihm dabei der Einsatz von Unmanned Aerial Vehicles (UAVs, umgangssprachlich Drohnen) und die 3D-Photogrammetrie sowie die Arbeit mit und an 3D-Modellen angetan. Ein Luftbild der mykenischen Festung Tiryns im Flur des Institutes für Ur- und Frühgeschichte war im Jahr 2008 der Auslöser, sich mit dem Einsatz unbemannter Luftfahrzeuge zu beschäftigen, um herauszufinden, wie man Luftbilder aus naher Distanz schnell und einfach erzeugen kann. „Diese noch vergleichsweise jungen Technologien eröffnen auch für klassische Wissenschaften immer wieder neue Möglichkeiten“, erläutert Seitz und führt fort: „Die Techniken der 3D-Erfassung und anderen digitalen Methoden entwickeln sich rapide, daher kratzen wir beim Einsatz in der Denkmalpflege im Moment nur an der Oberfläche des technisch möglichen.“

Im Rahmen seiner Dissertation brachte Seitz all diese Themen im Projekt ArchEyeAutomatic zusammen, einem interdisziplinären Projekt zwischen Informatik, Bauforschung und Archäologie zur Erfassung und Auswertung von 3D-Daten von historischen Objekten. Neben dem Studium setzte Seitz seine Kenntnisse auch bereits mehrfach in die Praxis um, ob mit einem fliegenden Laserscanner bei der Arbeitsgruppe „3D Geospatial Data Processing“ am Geographischen Institut der Uni Heidelberg oder mit der photogrammetrischen 3D-Komplettaufnahme des Klosters Walkenried mit dem Niedersächsischen Landesdenkmalamt.

Der Weg in eine digitale Zukunft

Am Landesamt für Denkmalpflege Hessen wird Seitz nun die umfassende Digitalisierungsstrategie des Amtes begleiten und alle Abteilungen mit seinen Fachkenntnissen bei der Umsetzung digitaler Möglichkeiten für die Denkmalpflege unterstützen. „Ich freue mich darauf, unsere denkmalpflegerischen Arbeitsinstrumente in den digitalen Raum zu übersetzen und gemeinsam mit den Kolleg*innen auszuloten, wie wir moderne Technologien stärker integrieren und ausbauen können. Mein Ziel ist es, allen Teilbereichen der Denkmalpflege die nötigen digitalen Werkzeuge an die Hand zu geben um vom Kleinfund über Bauwerke bis hin zu ganzen Landschaften eine möglichst ideale Dokumentation und Auswertung zu ermöglichen. “, erklärt Seitz.
 

Lars Görze, Landesamt für Denkmalpflege Hessen
13.01.2021