Wie wurden die Glauberger Sandsteinstatuen hergestellt?

Dieser Frage widmeten sich am 27. Mai 2019 in einem gemeinsamen Projekt die Universität Erlangen (Dr. Martin Trefný, Prof. Doris Mischka, Darja Abramov), die Gutenberg Universität Mainz (Wolfram Ney M.A.) und das Forschungszentrum der Keltenwelt am Glauberg (Dr. Axel G. Posluschny) zusammen mit den tschechischen Spezialisten Michal Cihla Bc. und Frantisek Vaclavik M.A.

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Gruppenbild der Beteiligten mit dem "Keltenfürsten" - Archäologie ist eben auch immer Teamwork.
Gruppenbild der Beteiligten mit dem "Keltenfürsten" - Archäologie ist eben auch immer Teamwork.

Mit Hilfe von hochauflösenden Fotos wird ein detailliertes 3D-Modell der Statue und von Bruchstücken von zwei der drei weiteren Statuen erstellt werden, dass es erlauben wird, Spuren von Werkzeugen, die bei der Herstellung der Statuen vor ca. 2400 Jahren verwendet wurden, genauer bestimmen zu können. Bereits während der aufwändigen Arbeiten in der Keltenwelt am Glauberg konnten Spuren von mindestens zwei verschiedenen Werkzeugtypen festgestellt werden.

Ergänzt werden die Untersuchungen durch Röntgenfloureszenzmessungen (XRF), mit deren Hilfe nach Spuren des Materials dieser Werkzeuge gesucht wird. Im Idealfall wird es dadurch möglich sein, zwischen Bronze- und Eisenwerkzeugen zu unterscheiden – denn auch in der Eisenzeit war nicht nur das „moderne“ Eisen im Gebrauch, sondern teilweise auch Werkzeuge aus Bronze.

Die während der Untersuchungen gewonnenen riesigen Datenmengen werden jetzt erst einmal ausgewertet, aber alle Beteiligten sind schon sehr gespannt auf die Ergebnisse.

Es ist geplant, zu einem späteren Zeitpunkt zusammen mit weiteren Partnerinstitutionen auch noch weitere keltische, aber auch italische Statuen zu untersuchen – es bleibt also spannend rund um den Glauberg!

Dr. A. Posluschny, Keltenwelt am Glauberg, Forschungszentrum