Staatsministerin Angela Dorn zu Besuch im UNESCO-Weltnaturerbe Grube Messel

Gemeinsam mit Ihrer Familie besuchte Staatsministerin Angela Dorn am 28. Juli das UNESCO-Weltnaturerbe und bedeutendste paläontologische Bodendenkmal Hessens - die Grube Messel bei Darmstadt, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges UNESCO-Jubiläum feiert.

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Von links: Dr. M.-L. Frey (Geschäftsführerin der Welterbe Grube Messel gGmbH), StM´in A. Dorn, Dr. U. Recker (Landesarchäologe Hessen), Dr. J. Bohatý (Leiter Paläontologische Denkmalpflege, LfDH, hessenARCHÄOLOGIE).
Von links: Dr. M.-L. Frey (Geschäftsführerin der Welterbe Grube Messel gGmbH), StM´in A. Dorn, Dr. U. Recker (Landesarchäologe Hessen), Dr. J. Bohatý (Leiter Paläontologische Denkmalpflege, LfDH, hessenARCHÄOLOGIE).

Empfangen wurde Frau StM´in Dorn im Foyer des Besucherzentrums durch Frau Dr. Marie-Luise Frey (Geschäftsführerin der Welterbe Grube Messel gGmbH). Zu den Empfangenden gehörten zudem Vertreter Senckenbergs (Repräsentanten des Betreibers der Grube Messel), Herr Dr. Udo Recker (Landesarchäologe und stv. Amtsleiter des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen (LfDH), Dr. Martin Faass (Direktor des Hessischen Landesmuseums Darmstadt, HLMD) im Beisein der stv. Direktorin Dr. Gabriele Gruber und Frau Dr. Jutta Weber (UNESCO-Global Geopark Bergstraße-Odenwald).

Hautnah am Geschehen

Im Anschluss an die Grußworte wurde eine aktive Grabungsstelle der SGN innerhalb des Grubenzentrums befahren. Dort berichtete Herr Dr. Stephan Schaal (Leiter der Abteilung Messelforschung und Mammalogie der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, SGN) und Grabungsleiter und Präparator Bruno Behr über die Entstehung und Erforschung sowie über die spezifische Grabungsmethodik, Konservierung und Präparation der Messel-Fossilien. Zudem wurden aktuelle Fundstücke wie etwa eine Echse und verschiedene Insekten sowie Pflanzenreste präsentiert. Herr Dr. Schaal und Herr PD Dr. Torsten Wappler (Messel-Kurator des HLMD) berichteten über die Bedeutung der bislang erfassten Fossilassoziation, welche präzise Aussagen zum damaligen paratropischen Ökosystem erlaubt.

Dieser exakte Blick zurück dient unter Anderem als entscheidende Grundlage zum Verständnis der sich erdgeschichtlich und rezent verändernden Klimata und deren Auswirkungen auf die Lebewelt - hochspannende und topaktuelle Fragestellungen. StM´in Dorn fasste die aus diesen Forschungsmöglichkeiten resultierende Bedeutung sehr treffend zusammen: „Es geht hier also um sehr viel mehr als um einen weiteren Urpferd-Fossileinzelfund.“ Sie zeigte sich beeindruckt von den gemeinsamen Bemühungen um die Erforschung, Erhaltung und Vermittlung der Weltnaturerbestätte. „Es ist ein unglaublich wertvoller Ort - und wenn man sich vorstellt, dass dies mal eine Mülldeponie hätte werden sollen, kann man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und froh sein, dass dieser wunderbare Ort erhalten wurde und seit 25 Jahren als UNESCO-Weltnaturerbe eingetragen ist.“

Ausblick auf 2021

Durch die COVID-19_Pandemie mussten zahlreiche Veranstaltungen zu diesem Jubiläum auf das nächste Jahr verschoben werden. In diesem Zusammenhang ist insbesondere die gemeinsam von LfDH, HLMD und SGN konzipierte Urpferdeausstellung „Equine Celebrities - The Dawn Of Horses - 25 Years UNESCO World Heritage Messil Pit Fossil Site“ zu nennen, welche in diesem Jahr während des diesjährigen „LONGINES PfingstTurnier Wiesbaden“ stattfinden sollte. Diese Ausstellung wird nun Pfingsten 2021 nachgeholt werden, zu der Frau StM´in Dorn von Seiten des LfDH (vertreten durch Dr. Udo Recker und den Verfasser) herzlich zur entsprechenden Eröffnung eingeladen wurde. Zudem wird es noch in diesem Jahr vom 18. August 2020 bis zum 25. April 2021 eine von PD Dr. Wappler kuratierte Urpferdesonderausstellung im HLMD geben, an welcher auch das LfDH mitkooperiert. Die Ausstellung „Urpferd 2.0“ widmet sich hierbei nur einem Exemplar, das nach nahezu 30 Jahren Messel-Grabungen des HLMD zu Tage kam und einer Art angehört, die bislang aus Messel noch nie vollständig belegt werden konnte. Der Fossilfund wurde mit neuesten digitalen Techniken untersucht. Illustratoren haben auf der Basis einer hochauflösenden Computertomographie das 48 Millionen Jahre alte Urpferd Propalaeotherium voigti rekonstruiert und animiert.

Nach der Grubenbegehung wurde Frau StM´in Dorn von Frau Dr. Frey durch die Ausstellung „Zeit und Messel Welten“ des Besucherzentrums geführt.

Dr. Jan Bohatý, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, hessenARCHÄOLOGIE
30.07.2020