Publikation über die römischen Gräber von Dieburg vorgestellt

Im Museum Schloss Fechenbach in Dieburg wurde am 17. Oktober das neue Buch über die römischen Gräberfelder des Civitas-Hauptortes vorgestellt. Das Werk stammt aus der Feder des ehemaligen hessischen Landesarchäologen Prof. Dr. Egon Schallmayer. Das Werk stellt über 200 bislang bekannt gewordene Gräber mit ihren Beigaben in den Kontext der römischen Geschichte der Region.

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Buchpräsentation
Buchpräsentation in Dieburg: v.l.n.r. Landesarchäologe Dr. Udo Recker, Prof. Dr. Egon Schallmayer und Thomas Becker M. A.

Buchpräsentation

Im festlichen Rahmen des Vortragssaals im Schloss Fechenbach fand die Vorstellung der neuesten Publikation zur römischen Geschichte Dieburgs statt. Hiermit legt Egon Schallmayer die aktuellen Erkenntnisse zu den Gräberfeldern des ehemaligen römischen Civitas-Hauptortes vor, der sich heute unter der modernen Stadt befindet. Insgesamt 213 Gräber konnten in der 652 Seiten starken Publikation, die von der Stadt Dieburg herausgegeben wurden, vorgestellt und ausgewertet werden.

Im Rahmen der Buchvorstellung würdigte der Dieburger Bürgermeister Frank Haus Egon Schallmayer und seine enge Verbindung zu Dieburg, die seit der Schulzeit des ehemaligen Landesarchäologen besteht. Schallmayer hatte sich bereits in seiner Abschlussarbeit zur Mittleren Reife mit dem römischen Dieburg beschäftigt und die Gräberfelder dann ebenfalls in seiner Frankfurter Doktorarbeit bearbeitet, die die Grundlage für die nun erschienen Publikation bildete.

Der hessische Landesarchäologe Dr. Udo Recker würdigte die Leistung und Beharrlichkeit Schallmayers, dieses Buchprojekt voranzubringen und damit nicht nur der Wissenschaft, sondern auch der interessierten Dieburger Bevölkerung spannende Einblicke in das Leben der römischen Bewohner Dieburgs zu bieten. Er dankte der Stadt für das nicht selbstverständliche Engagement für die Vorlage des Buches und hob auch den Beitrag hervor, den das Landesamt für Denkmalpflege Hessen zum Entstehen des Buches hinzugegeben hat.

Der Autor führte die knapp 100 Gäste dann in die Ergebnisse seiner Untersuchung ein. Dabei spielten Aspekte wie die Erforschung der Dieburger Gräberfeldes, Anfang und Ende der Bestattung auf den Friedhöfen und die Zusammensetzung und Lebenserwartung der Bevölkerung eine Rolle. Neben den Gräbern des römischen Nida (Frankfurt-Heddernheim) ist damit das zweite Gräberfeld einer römischen Stadt in Hessen umfangreich vorgelegt worden.

Th. Becker M.A., Landesamt für Denkmalpflege Hessen, hessenARCHÄOLOGIE