Offiziere der Fregatte Hessen unterwegs mit der hessenARCHÄOLOGIE

In der 4. Novemberwoche besuchte eine Delegation der Fregatte „Hessen", unter der Führung ihres Kommandanten, Fregattenkapitän Oliver Pfennig, ihr Patenland Hessen. Dies geschieht im Rahmen des jährlichen Patenschaftsbesuches auf Einladung des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier.

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Patenschaftsbesuch in Hessen - Die Marinesoldaten von der Fregatte Hessen im Römerkastell
Patenschaftsbesuch in Hessen - Die Marinesoldaten von der Fregatte Hessen im Römerkastell

Für den 22. November hatte die hessenARCHÄOLOGIE die Programmgestaltung übernommen und dazu eingeladen, den Fokus an diesem Tag auf die römische Geschichte des Landes und auf die Geschichte der Stadt Frankfurt zu setzen.

Als Vorbereitung auf den Besuch des Römerkastells Saalburg und den Tag erfuhren die Soldaten bereits auf dem Weg vom Unterkunftsort, der Bereitschaftspolizeikaserne in Wiesbaden - Mainz-Kastell, bis in den Taunus Wissenswertes zur Geografie und der Geschichte des Rhein-Maingebietes.

Auf der Saalburg begrüßte Direktor Dr. Carsten Amrhein als „Praefectus“ des Kastells den Kommandanten und seine Marinekameraden. Bei einer Führung erläuterte er die einstige antike militärische Anlage sowie die Historie der römischen Armee.

Danach konnten sich die Soldaten beim Bogenschießen und Exerzieren mit dem Schild davon überzeugen, dass der Umgang mit den antiken Waffen seinerzeit nicht einfach war und viel Kraft und Übung erforderte. Das Ausprobieren einer Rüstung eines Auxiliarsoldaten gab einen Eindruck vom Gewicht, das ein römischer Fußsoldat über weite Strecke zu tragen hatte. Schließlich ließ es sich der Fregattenkommandant zur Freude seiner Mannschaft nicht nehmen, sich standesgemäß von Dr. C. Amrhein als Senator einkleiden zu lassen. Ein Unterfangen, dass aufgrund der Stofffülle der Toga (freiwillige!) Helfer erforderte.

Ungeplant, aber Kommissar Zufall oder besser Polizeihauptkommissar Eckehard Laufer geschuldet, der an diesem Tag auf der Saalburg die Sonderausstellung Kriminalarchäologie des Römisch Germanischen Zentralmuseums aufbaute, kamen die Soldaten unerwartet mit dem Thema Raubgrabungen in Kontakt.

Nach der Vorstellung durch Dr. Amrhein, referierte Laufer kurz über die inhaltliche und praktische Beteiligung des Hessischen Landeskriminalamts im Rahmen der Präventionsarbeit zu den Kriminalitätsphänomenen illegale Schatzsuche (Raubgrabungen) und illegaler Antikenhandel.

Nach dem „römischen“ Mittagessen auf Einladung der Staatskanzlei in der Taberna der Saalburg, ging es mit dem Bus weiter nach Frankfurt zu einer Ausgrabung in der römischen Zivilsiedlung NIDA.

Dort empfing die Stadtkonservatorin Dr. Andrea Hampel die Fregattenbesatzung – es war das das erste Mal, dass die Soldaten die Möglichkeit hatten, eine archäologische Ausgrabung zu besichtigen. Hier erfuhren sie den aktuellen Stand zu der sensationellen jüngsten Entdeckung eines Bezirks mit fünf römischen Tempeln, inmitten des einstigen Hauptortes der civitas Taunensium.

Mit Erläuterung zum modernen Frankfurt ging es anschließend durch die Stadt bis zum Main. Auf Einladung der hessischen Wasserschutzpolizei warteten am Eisernen Steg drei Polizeiboote auf die Marinekameraden. Bei einer Fahrt entlang des beleuchteten Frankfurter Mainufers, vorbei an der beeindruckenden Skyline, ging es durch die Nacht mainabwärts bis zur Mainmündung in den Rhein zurück zur Polizeikaserne in Mainz-Kastel.

(E.G.)