Kelten Land Hessen - Archäologische Spuren im Herzen Europas

Die Trinkkuranlage in Bad Nauheim war am 4. August 2021 Schauplatz der Auftaktveranstaltung zum ersten archäologischen Themenjahr in Hessen unter dem Motto „KELTEN LAND HESSEN – Archäologische Spuren im Herzen Europas“. Ein halbes Jahr vor dem Start informierte Staatsministerin Angela Dorn (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst) gemeinsam mit allen Beteiligten die Öffentlichkeit über dieses Projekt.

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Gruppenbild aller Projektbeteiligten mit Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn anlässlich der Auftaktveranstaltung am 04.August 2021 in der Trinkkuranlage Bad Nauheim.
Gruppenbild aller Projektbeteiligten mit Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn anlässlich der Auftaktveranstaltung am 4.August 2021 in der Trinkkuranlage Bad Nauheim.

Vom 10. März bis 31. Dezember 2022 findet das erste große Archäologie-Themenjahr „KELTEN LAND HESSEN – Archäologische Spuren im Herzen Europas“ statt. Für dieses Projekt arbeiten Museen, Landesarchäologie, Stadt- und Kreisarchäologie, Forschungseinrichtungen und Vereine unter der Federführung der Keltenwelt am Glauberg zusammen, um das interessante Kulturerbe der Kelten in Hessen für die Öffentlichkeit sicht- und erlebbar zu machen.
Der Ort für die Auftaktveranstaltung am 4. August, die Trinkkuranlage in Bad Nauheim, war nicht zufällig gewählt, haben doch hier bereits die Kelten salzhaltige Quellen zur Gewinnung des "Weißen Goldes" genutzt.

Begrüßung

Dr. Vera Rupp (Direktorin der Keltenwelt am Glauberg) erinnerte in Ihrer Begrüßung daran, „dass sich bereits 2018 ein hessenweites Team aus Museen und der archäologischen Denkmalpflege gegründet hatte, um ein Themenjahr zu konzipieren.“ Schließlich habe man sich für ein Projekt entschieden, das  „die Eisenzeit mit Fokus auf den Kelten, den zahlreichen Fundstellen und den abertausenden Fundstücken in Hessen“ zum Gegenstand haben sollte. Hinzu kommt der Umstand, „dass Ergebnisse von Ausgrabungen und Forschungen der vergangenen 20 Jahre vielfach bisher der Öffentlichkeit noch nicht bekannt sind“, so Rupp.
Das erste hessische Archäologie-Themenjahr mit dem Titel „Kelten Land Hessen – Archäologische Spuren im Herzen Europas“ war geboren!
Für die Stadt Bad Nauheim sprach der Erste Stadtrat Peter Krank Grußworte. Ihm war besonders wichtig, hervorzuheben, dass derartige Veranstaltungen und Projekte wesentlich zum Identitätsbewusstsein der Menschen einer Region beitrügen. Umso mehr freue er sich, dass Bad Nauheim als Ort der Auftaktveranstaltung gewählt wurde, denn „Bad Nauheim entwickelte sich aus einem mittelalterlichen Salzsiededorf. Inzwischen ist jedoch bekannt, dass die Existenz der Ansiedlung bis in die Keltenzeit zurückreicht“.

Grußworte

Nach ihren Gruß- und Dankesworten ging Staatsministerin Angela Dorn (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst) auf die Problematik des Keltenbegriffes und die wissenschaftliche Erforschung dieser nahezu europaweiten Kultur ein. "Die Kelten geben der Wissenschaft bis heute Rätsel auf, da sie keine schriftlichen Zeugnisse hinterlassen haben. Wir wissen aber – unter anderem aus den Funden auf dem Glauberg –, dass schon die frühkeltischen Kulturen in Europa untereinander und mit den mediterranen Kulturen vernetzt waren“. Auch verdeutlichte sie, dass Ergebnisse der Archäologie keineswegs staubtrocken und langweilig sein müssten, denn „Archäologie ist eine vermeintliche Altertumswissenschaft - schafft es aber immer wieder, aufzuzeigen, welche Parallelen zum Heute es gibt“. MIt diesem Themenjahr sei zudem die Chance für die Öffentlichkeit verbunden, die reiche Fund- und Forschungslandschaft Hessens für Klein und Groß erlebbar zu machen und vermeintlich Bekanntes aus einer neuen Perspektive zu entdecken.
Prof. Dr. Udo Recker (Landesarchäologe von Hessen) bedankte sich im Anschluss daran ebenfalls bei allen Projektbeteiligten, unterstrich zudem wiederholt, dass Wissenschaft keine Einbahnstraße sei, denn „mit dem Projekt KELTEN LAND HESSEN finden zahlreiche wissenschaftliche Vorhaben der zurückliegenden Jahre ihren Abschluss. Die Präsentation wissenschaftlicher Ergebnisse für eine breite interessierte Öffentlichkeit gehört zu den klassischen Aufgaben eines jeden Museums. Dass dies nun thematisch auf die Kelten fokussiert im Verbund zahlreicher, sehr unterschiedlicher Museen landesweit geschieht, ist sehr begrüßenswert. Es ist dies erstmals in Hessen der Fall.“ 
Als letzter Redner erläuterte Dr. Frank Verse (Direktor des Vonderau Museums Fulda) nicht nur weitere Details und Hintergründe, sondern auch die Genese dieses Projektes. Er berichtete, dass vom ursprünglichen Konzept einer zentralen Veranstaltung schnell zugunsten von vielen dezentralen Aktionen umgedacht worden sei. „Wir wollen ein vielseitiges Programm anbieten, das bei den Besucherinnen und Besuchern ein umfassendes Bild vermittelt.“

Alle Rednerinnen und Redner bedankten sich ausdrücklich beim Projektteam, allen Projektpartnern, der Redaktion des Begleitbandes und den Kolleginnen und Kollegen der Archäologischen Restaurierungswerkstatt im Landesamt für Denkmalpflege Hessen für ihre immense Arbeitsleistung im Vorfeld dieses Archäologie-Themenjahres. Letztere seien „seit Monaten damit beschäftigt, alle ausgewählten Ausstellungsstücke zu restaurieren bzw. Altfunde zu kontrollieren und, sofern notwendig, nachzurestaurieren, damit die hoffentlich zahlreichen Besucherinnen und Besucher im kommenden Jahr alle Fundstücke in bestmöglichem Zustand werden betrachten können“, wie Recker ausführte.

Nach dieser Einführung bot sich den Anwesenden die Gelegenheit, sich an den Informationsständen der Projektpartner über deren vielfältige Vorhaben und Angebote im nächsten Jahr zu informieren – so war u.a. eine Auswahl von originalen Fundobjekten zu sehen. Die Archäologische Restaurierungswerkstatt des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen demonstrierte zudem unterschiedliche Restaurierungsmethoden an keltischen Fundstücken, die für die geplanten Ausstellungen vorgesehen sind.

An diesem Projekt sind u.a. folgende Institutionen beteiligt:

Des Weiteren werden im Rahmen einer internationalen Tagung neue Erkenntnisse zu den Kelten in Europa und speziell in Hessen im Fokus stehen.

Dr. Beate Leinthaler, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, hessenARCHÄOLOGIE
09.08.2021

KELTEN LAND HESSEN

Das Archäologie-Themenjahr umfasst Sonderausstellungen, Führungen zu archäologischen Stätten, Mitmach-Aktionen für die ganze Familie, Aktivprogramme für Schulklassen (Keltenmobil), Vorträge und Workshops in ganz Hessen. Der Veranstaltungskalender wird sowohl digital auf der Internetprojektseite, Instagram und Facebook als auch gedruckt u.a. bei den ProjektpartnerInnen vor Ort zur Verfügung stehen.
Die Begleitpublikation wir zum Beginn dieses Projektes im März nächsten Jahres erscheinen.