Gemeinsam zukünftige Polizistinnen und Polizisten für den Kulturgüterschutz sensibilisieren

Die Hessische Hochschule für Polizei und Verwaltung in Kassel (HfPV) und das Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Abt. hessenARCHÄOLOGIE, haben gemeinsam eine Exkursion für angehende Polizisten organisiert. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Raubgräberei und den ungenehmigten Metallsondeneinsatz bereits während ihres Studiums zu stärken.

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Seminargruppe
Polizeischülerinnen und -schüler mit Dozent KHK Jörg Ebenhoch (dritter von links) während der Exkursion in der Wüstung Schartenberg

Kriminalhauptkommissar Jörg Ebenhoch ist Dozent an der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung Kassel (HfPV) in den Fächern Kriminalistik und Kriminologie. Im laufenden Semester konnte er zum ersten Mal ein neues Wahlpflichtmodul mit in das Studium der Polizei aufnehmen: Kriminalarchäologie. Die Schwerpunkte des Seminars liegen im Bereich der nationalen und internationalen Raubgräberei sowie deren Verbindung zu organisierter Kriminalität. Weiterhin sind damit wichtige Themen wie Hehlerei und Terrorismusfinanzierung verbunden.

Um die nationale und vor allem die hessische Perspektive auf die Problematik der ungenehmigter Grabungen aufzuzeigen, haben KHK Jörg Ebenhoch und der Marburger Archäologe Christoph Salzmann B.A. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen, hessenARCHÄOLOGIE, eine Exkursion zu einem bekannten Bodendenkmal geplant. Die Polizeischülerinnen und -schüler sollten ein exemplarisches Bodendenkmal erleben und erfassen, um mögliche Tatorte von illegalen Nachforschungen mit Hilfe von Metallsonden und nachfolgenden Raubgrabungen eigenständig zu erkennen. Der zuständige Bezirksarchäologe Dr. Klaus Sippel (Landesamt für Denkmalpflege, hessenARCHÄOLOGIE) führte die Gruppe dazu über die hochmittelalterliche Stadtwüstung Schartenberg (Lkr. Kassel, Gemeinde Zierenberg). Er erläuterte den Studierenden die mittelalterliche Anlage und erklärte die Methoden der Archäologie anhand des Bodendenkmals. Gemeinsam mit Christoph Salzmann B.A. schilderte er die Aufgaben des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen und im Besonderen den Umgang mit illegalen Ausgrabungen und die Praxis bei legalen Nachforschungsprojekten. Anhand von Fallbeispielen, Funden und Bildmaterial wurden die Studierenden für den Kulturgüterschutz sensibilisiert und auf den Umgang mit Personen vorbereitet, die beim Einsatz von Metalldetektoren angetroffen werden.

Um das Thema Kriminalarchäologie und Raubgrabungen innerhalb der Hochschule für Polizei und Verwaltung weiter in das Bewusstsein zu rücken, hat KHK Jörg Ebenhoch eine interne Dauerausstellung in Kassel eingerichtet.

Ch. Salzmann B.A., Landesamt für Denkmalpflege Hessen, hessenARCHÄOLOGIE