Einweihung einer Informationstafel zu den Ausgrabungen einer jungsteinzeitlichen Siedlung

Unter der fachlichen Aufsicht des LfDH, hessenARCHÄOLOGIE, Außenstelle Marburg fanden die Untersuchungen in der Zeit vom 22. November 2016 bis 13. Juli 2018 statt – ausgeführt durch eine archäologische Fachfirma (Wissenschaftliche Baugrund-Archäologie e.V.) unter Leitung von Dr. Franka Schwellnus und Nina Lutz M.A.

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Informationstafel zu den Ergebnissen der Ausgrabung einer bandkeramischen Siedlung in Heskem, Gemeinde Ebsdorfergrund.
Informationstafel zu den Ergebnissen der Ausgrabung einer bandkeramischen Siedlung in Heskem, Gemeinde Ebsdorfergrund. Gestaltung der Tafel durch Martina Becker (WortBild Büro für Kommunikation u. Gestaltung).

Im Zuge der Fertigstellung der Ortsumfahrung L3125 Heskem wurde am 03.06.2019 eine Informationstafel zu den archäologischen Ergebnissen der bauvorbereitenden Ausgrabungen eingeweiht.

Am Aufstellungsort dieser Informationstafel waren in diesem Kontext die außergewöhnlich gut erhaltenen Reste einer Siedlung der sog. bandkeramischen Kultur (5.500 – 4.900 v. Chr.) aufgedeckt worden. Insgesamt wurden auf dem Ausgrabungsgelände mindestens 26 Hausgrundrisse freigelegt. Die Siedlung setzte bereits in der ältesten Phase der Bandkeramik um ca. 5.500 v. Chr. ein und wurde offenbar über einen Zeitraum von ca. 500 Jahren genutzt, so dass die Häuser nicht gleichzeitig, sondern z.T. nacheinander bestanden haben. Da nur ein Ausschnitt der Siedlung erfasst wurde, kann man bislang nur vermuten, dass die Besiedlung an dieser Stelle zum Ende der Epoche im 5. Jahrtausend abbricht. Nicht nur einzelne Highlights, wie z.B. der Fund eines Kinderskeletts, sind von wissenschaftlicher Bedeutung. Es ist vielmehr das Gesamtensemble einer dörflichen Struktur des 6. und 5. Jahrtausends, das diese Fundstelle zu einem besonderen Platz macht, der die Forschungslandschaft zur Bandkeramik Hessens nachhaltig prägen wird.

Eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse wird nun in gut verständlicher Weise durch die neue Infotafel vor Ort zugänglich und setzt dem Bodendenkmal, das der Infrastrukturmaßnahme weichen musste, ein modernes Andenken. Ermöglicht wurde die Realisierung durch die Initiative des Lionsclub Marburg-Elisabeth von Thüringen unter Präsidentschaft von Herrn Helmut Henkel, der Frau Martina Becker (WortBild Büro für Kommunikation u. Gestaltung) mit der textlichen und grafischen Gestaltung betrauten. Herr Andreas Schulz (Bürgermeister der Gemeinde Ebsdorf) erhofft sich, dass durch den neuen angrenzenden Busbahnhof der Gesamtschule Heskem, die Tafel insbesondere in den Blickwinkel der jüngeren Generation rückt. 

N. Lutz M.A., Landesamt für Denkmalpflege Hessen, hessenARCHÄOLOGIE