Dr. Guntram Schwitalla in den Ruhestand versetzt

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Dr. Guntram Schwitalla
Dr. Guntram Schwitalla

Mit Wirkung zum 30.09.2016 ist der dienstälteste Bezirksarchäologe in der Hessischen Landesarchäologie, Archäologieoberrat Dr. Guntram Schwitalla, in den Ruhestand versetzt worden. Die hessenARCHÄOLOGIE verliert damit nicht nur einen äußerst erfahrenen Kollegen in der Bezirksarchäologie Mittelhessens, sondern zugleich auch den Leiter des Sachgebiets Wissenschaftliche Redaktion am Hauptsitz in Wiesbaden.

Nach Ableistung des Wehrdienstes absolvierte Guntram Schwitalla zunächst ein Studium der Ur- und Frühgeschichte, Geologie und Ägyptologie an den Universitäten Köln, Münster und Würzburg, das er 1984 an der Universität zu Köln mit Bestnote und dem Titel Magister Artium abschloss. 1991 wurde er durch Jens Lüning im Fachbereich Geschichtswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a.M., mit der Arbeit „Zur Entwicklung der jungsteinzeitlichen Siedlungsstruktur im Voreifelgebiet. Ein ökoarchäologischer Versuch auf der Basis von Oberflächenfundplätzen" promoviert.

Es folgten erste befristete Anstellungen als Grabungsleiter bei der Stadt Bergkamen (Legionslager Oberaden), als wissenschaftliche Hilfskraft in der Redaktion der Römisch-Germanischen Kommission (RGK) des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) in Frankfurt a.M. und als freier Mitarbeiter in der Redaktion der Archäologischen Denkmalpflege des Landesamts für Denkmalpflege Hessen. Zum 1.1.1992 wurde er als Konservator z. A. in der Archäologischen Denkmalpflege in den Landesdienst übernommen.

In seiner 25-jährigen Tätigkeit als Bezirksarchäologe war Guntram Schwitalla für verschiedene Kreisgebiete und kreisfreie Städte zuständig, zuletzt für die Stadt Frankfurt a.M., die Stadt Hanau, den Main-Kinzig-Kreis und die Stadt Wiesbaden. Wissenschaftlich galt sein Hauptaugenmerk stets der vorgeschichtlichen Besiedlung des Raums, insbesondere megalithischen Strukturen. Ihm ist es zu verdanken, dass bspw. das von Manfred Menke, Universität Gießen, ausgegrabene Galeriegrab „Heilige Steine" im Licher Ortsteil Muschenheim vollständig rekonstruiert und aufgerichtet werden konnte. Sein Interesse blieb aber nicht auf diese Zeitspanne beschränkt. So führte er wiederholt Forschungen im Bereich des Servitenklosters Wolfgang im gleichnamigen Hanauer Ortsteil durch.

Als Leiter des Sachgebiets Wissenschaftliche Redaktion zeichnete er für die Qualität der Publikationen der Hessischen Landesarchäologie verantwortlich. Ihm ist es zu verdanken, dass der zeitweilig mehrjährige Publikationsrückstand aufgeholt werden konnte. Für seine Verdienste wurde er im Jahr 2012 von der damaligen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, mit der Ehrenurkunde für Kunst und Kultur ausgezeichnet.

Unvergessen sind seine Moderationen im Rahmen der hessenARCHÄOLOGIE-Tage, bei denen er stets mit dem notwendigen Wortwitz die Vortragenden einführte und zu den jeweiligen Themen überleitete.

Darüber hinaus engagierte er sich von 1996 bis 2004 im Personalrat des Landesamts für Denkmalpflege Hessen, ab 2002 dann als dessen Vorsitzender.

Mit Guntram Schwitalla verabschiedet sich ein ausgewiesener Kenner der hessischen Archäologie und ein mehr als geschätzter Kollegen in den vorzeitigen, deshalb aber nicht minder verdienten Ruhestand. Ihn begleiten alle guten Wünsche der Kolleginnen und Kollegen der hessenARCHÄOLOGIE.

(U.R.)