Die fünfte Sommerakademie der hessenARCHÄOLOGIE auf dem Glauberg hat begonnen

Auch in diesem Jahr führt die hessische Landesarchäologie gemeinsam mit dem Forschungszentrum der Keltenwelt am Glauberg vom 3. bis 17. September eine internationale Lehrgrabung mit 35 Studierenden durch. Partner der diesjährigen Sommerakademie sind erneut die University of Winchester (UK), die Saxion University of Applied Sciences (NL), die Philipps-Universität Marburg, die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt sowie die Justus-Liebig-Universität Gießen.

Sommerakademie 4.JPG

Internationaler Austausch und Forschung auf dem Glaubergplateau
Freilegen vorgeschichtlicher Befunde auf dem Plateau während des Tages der offenen Grabung 2016.

Rückblick - Die Ergebnisse der vierten Sommerakademie 2016

Die erste Grabungskampagne auf dem Glaubergplateau nach fast 20 Jahren erbrachte im September 2016 überraschende Ergebnisse. So konnte beispielsweise in einem Keller der sogenannten "Häuserzeile" eine zum Teil in den Felsen gehauene Treppe aus dem Mittelalter nachgewiesen werden. In deren Ecken hatten sich trotz der Grabungen der 1930er Jahre (von denen kriegsbedingt nur noch wenige Aufzeichnungen vorliegen) Reste einer mittelalterlichen Brandschicht mit Fachwerklehm erhalten. Dieser Befund gibt wertvolle Hinweise auf das Aussehen der Häuserzeile. Ferner konnte auch der Frage nach den Erhaltungsbedingungen der vorgeschichtlichen (u.a. keltischen ) Besiedlung auf dem Plateau nachgegangen werden, indem in einem durch Grabungen bisher unberührten Bereich inmitten des Plateaus erste Befunde und zahlreiche vorgeschichtliche Funde dokumentiert wurden. Aufgrund der starken mittelalterlichen Überprägung des Plateaus war es keinesfalls selbstverständlich, noch intakte vorgeschichtliche Strukturen im Inneren der Befestigung zu entdecken.

Freuen Sie sich bereits jetzt auf einen Videoclip zur vierten Sommerakademie 2016, den wir Ihnen in den nächsten Tagen auf unserer Homepage präsentieren werden.

Ausblick - Die Forschungsziele der fünften Sommerakademie 2017

Ziel der diesjährigen Kampagne wird es sein, neben der Fortführung der Arbeiten in den 2016 begonnenen Flächen an zwei weiteren Stellen auf dem Plateau zu graben. So soll unweit der Häuserzeile ein bereits in den 1930er Jahren gegrabener mittelalterlicher Gebäudekomplex nun erneut freigelegt und zeichnerisch sowie fotografisch erfasst werden, da diese Befundsituation damals nicht dokumentiert wurde. Dabei kommen nun modernste Dokumentationsmethoden zum Einsatz. Auch wird im Bereich eines vermuteten mittelalterlichen Kirchenstandortes nach dem Kirchenbau und einem dazugehörigen Friedhof gesucht. Ebenfalls in den 1930er Jahren konnten beigabenlose Gräber aufgedeckt werden, die aber damals weder geborgen noch weiter untersucht wurden. Spannend für die Geschichte des Glaubergs ist neben der Standortlokalisierung der Kirche auch eine naturwissenschaftliche Analyse der beigabenlosen Bestattungen.

Chr. Röder M.A., Dr. A. Posluschny, Forschungszentrum der Keltenwelt am Glauberg
 

Ankündigung - Tag der offenen Grabung 2017

Am 10.9.2017, dem Tag des offenen Denkmals, wird die Sommerakademie ihre bisherigen Ergebnisse auf dem Plateau der interessierten Öffentlichkeit vorstellen. An diesem Tag laden wir Sie zu einem Spaziergang über den Glauberg ein, um dabei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei der Arbeit zuzusehen.
Das Grabungsteam steht Ihnen an diesem Tag von 11:00 Uhr bis 16:00 Uhr für Fragen zur Verfügung.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Wir freuen uns auf Sie!