Die "Drei" in der Archäologischen Landesaufnahme in Wiesbaden

Inzwischen sind drei Mitarbeiter in der Archäologischen Landesaufnahme in Wiesbaden damit beschäftigt, den Denkmälerbestand vor Ort zu sichten, zu bewerten und umfassend zu dokumentieren. Auch im Bereich der Grabungstechnik sind sie immer wieder im Außeneinsatz und unterstützen bei Bedarf unsere Kooperationspartner bei deren Projekten.

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Manuel Pieper B.A., Hans Szédeli M.A. und Ferenc Kàntor vor dem Ostflügel des Biebricher Schlosses.
Manuel Pieper B.A., Hans Szédeli M.A. und Ferenc Kàntor im März vor dem Ostflügel des Biebricher Schlosses.

Für die Geschichte der Menschen, ihrer Siedlungen und Gräber, ihrer Lebensumstände und nicht zuletzt auch ihrer kulturellen Leistungen sind archäologische Fundstellen und Funde eine unersetzliche Informationsquelle. Dieses Erbe zu bewahren, zu erforschen und die Ergebnisse der Öffentlichkeit zu vermitteln, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Landesarchäologie. In diesem Sinne ist die Erfassung von Fundstellen und Funden die Hauptaufgabe der Mitarbeiter der Archäologischen Landesaufnahme. Seit 1. März 2020 hat das bisherige Team nun Verstärkung bekommen - Anlass, hinter die Kulissen zu sehen und die Kollegen aus diesem Bereich vorzustellen.

Am 1. April 2017 begann Hans Szèdeli M.A. in Wiesbaden im Bereich Archäologische Landesaufnahme mit der Lokalisierung und Dokumentation von Bodendenkmälern der jüngeren Geschichte bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Als Arbeitsschwerpunkt bildete sich die Erforschung der Bunker der sogenannten Wetterau-Main-Tauber Stellung (WMTS) heraus. Nach seinem Studium der Vor- und Frühgeschichte, Anthropologie und Geologie an der Eberhard Karls Universität (Tübingen) war Szèdeli rund 25 Jahre als Leiter verschiedenster Grabungen in nahezu ganz Deutschland tätig, bevor er zur hessenARCHÄOLOGIE kam.

Im Juni 2019 bekam der Bereich Landesaufnahme personelle Unterstützung in Person von Ferenc Kàntor, der während seiner Studienzeit an der Johannes Gutenberg-Universität (Mainz) mit der Fächerverbindung Vor- und Frühgeschichte und Kulturanthropologie kontinuierlich an zahlreichen Grabungsprojekten in ganz Hessen teilgenommen hat. Zuletzt nahm er an den archäologischen Untersuchungen an der OGE-Ferngasleitung im Landkreis Gießen teil. Die Schwerpunkte seiner Arbeit liegen in der Prospektion und Dokumentation von gefährdeten Bodendenkmälern sowie der Durchführung von Notbergungen. Im Dokumentationsbereich beschäftigt er sich intensiv mit GIS-gestützten Dokumentationsmethoden und der Auswertung von LiDAR-Scans am Computer und im Gelände.

Der dritte Kollege im Bunde ist seit dem 1. März 2020 Manuel Pieper B.A. Er ergänzt das Team nach seinem Studium der Vor-und Frühgeschichte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität (Frankfurt a. M.) und unterstützt die beiden Kollegen in Wiesbaden in den Bereichen Landesaufnahme und Prospektion. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit dem Thema 3D-Rekonstruktionen via "structure from motion"  und der Nutzung dieser Technik für die Ausgrabungsarbeit vor Ort. Auch Pieper verfügt über langjährige praktische Grabungserfahrungen.

Wir wünschen den "Dreien" in der Archäologischen Landesaufnahme weiterhin alles Gute - und viele neue Fundstellen.

Dr. Beate Leinthaler, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, hessenARCHÄOLOGIE