Delegation der Fregatte "Hessen" unterwegs mit der hessenARCHÄOLOGIE

Auch 2017 begleitete die hessenARCHÄOLOGIE für einen Tag eine Delegation der Fregatte „Hessen“ mit dem Ersten Offizier Fregattenkapitän Matthias Schütte bei ihrem Besuch ihres Patenlandes Hessen. Diese sieben Tage dauernde Tour geschieht im Rahmen des jährlichen Patenschaftsbesuches auf Einladung des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier.

Abb. 1.JPG

Die Delegation 2018 der Fregatte "Hessen" zu Gast im Rheingau
Die Delegation 2018 der Fregatte "Hessen" zu Gast im Rheingau

Bereits im letzten Jahr gestaltete die Abteilung ein Tagesprogramm, wobei der Schwerpunkt des damaligen Programmes auf der römischen Geschichte Hessens lag.
Das Rheintal ist eine durch die Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft. Seine ereignisreiche Geschichte manifestiert sich sichtbar für die modernen Rheintouristen vor allem in zahlreichen Burg(-ruinen), die einst der Zollerhebung dienten, und in von Stadtmauern umgebenden mittelalterlichen Ortschaften, Kirchen und Klöstern. Das besondere Klima mit seinen vielen Sonnenstunden sowie der hier anstehende Schiefer haben seit der Römerzeit zu einem intensiven Weinanbau geführt.

Grund genug also für die 13 Personen starke Delegation der Fregatte „Hessen“, geführt und begleitet durch die hessenARCHÄOLOGIE, diese Region ihres Patenschaftslandes näher kennenzulernen.
Am frühen Morgen des 13. Dezembers ging es daher von der Mudra-Kaserne der I. Bereitschaftspolizeiabteilung der hessischen Polizei in Wiesbaden–Mainz-Kastel zunächst im Bus zum Besuch der weithin sichtbaren Germania auf dem Niederwald und sagenumwobenen Loreley auf dem gleichnamigen Felsen. Die Rückfahrt erfolgte von St. Goarshausen bis Rüdesheim auf zwei Schiffen der hessischen Wasserschutzpolizei.

Der Niederwald ist ein bewaldeter 350 m hoher Bergrücken zwischen Rüdesheim und Assmannshausen. Im 18. Jahrhundert legte hier Johann Friedrich Ostein (1735–1809) einen romantischen Landschaftspark an. Zum Andenken an den siegreichen Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und die anschließende Gründung des Deutschen Kaiserreiches steht hier das von Wilhelm I. 1883 eingeweihte Niederwalddenkmal.

Nach einem kurzen Spaziergang, zeigte sich die über 12 m hohe Germania den Besuchern über dem Rhein tief unten. Und trotz schneidend kaltem Wind führten die Erläuterungen zu diesem Denkmal mit seinen bronzenen Reliefs und seinen Inschriften spontan zu einem regen Gedankenaustausch über den eher die Einheit der deutschen Staaten symbolisierenden denn kriegsverherrlichenden Charakters des Denkmals.

Anschließend ging die Fahrt zu den zahlreichen Burgen stromabwärts bis zur Loreley bei St. Goarshausen und hinauf zum 132 m hohen Felsen, von dem man einen außergewöhnlichen Blick tief hinunter auf den Rheinlauf hat.Danach ging es hinab nach St. Goarshausen, wo die Marinesoldaten bereits herzlich von Guido Kleemann von der hessischen Wasserschutzpolizei begrüßt wurden.

Dass Vater Rhein ein nautisch anspruchsvolles Gewässer ist, stellte der Strom an diesem Tag dann nachdrücklich unter Beweis. Die Schneeschmelze und Regenfälle hatten zu Hochwasser geführt und die beiden Schiffe "Hessen 1" und "Hessen 4" mussten sich mit ihren mehrere hundert PS starken Motoren stromaufwärts bis Rüdesheim kämpfen.

In Rüdesheim wurde die Delegation von Bürgermeister Volker Mosler begrüßt und zum Besuch des Weihnachtsmarktes der Nationen eingeladen. Im Rathaus hieß die Rüdesheimer Weinkönigin Mariett Schmoranz die Soldaten herzlich willkommen. Danach ging es zum gemeinsamen Abendessen auf Einladung der Stadt in der berühmten Drosselgasse.

Es folgte ein Abend, der nicht nur der Delegation der Fregatte vermutlich lange in Erinnerung bleiben wird, denn zur Freude der Anwesenden ließen es die Marinesoldaten nicht nur beim Gesang bewenden, sondern sie legten zu den Klängen der Kapelle des Lokals mit den anwesenden Gästen auch eine flotte Sohle aufs Parkett!

Wir freuen uns bereits jetzt auf den nächsten Besuch 2018.

Dr. E. Grönke, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, hessenARCHÄOLOGIE