Das Geheimnis der Keltenfürstin von der Heuneburg

Am 21. März eröffnete in der Keltenwelt am Glauberg die neue Sonderausstellung „Das Geheimnis der Keltenfürstin“, die ab 22. März bis 13. Oktober 2019 erstmals außerhalb von Baden-Württemberg die erfolgreiche Präsentation des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart zum Prunkgrab einer Keltenfürstin aus dem Umfeld der Heuneburg (Kr. Sigmaringen) zeigt.

P1030005.JPG

MinR Christian Bührmann, Dr. Sabine Schade-Lindig (hessenARCHÄOLOGIE), Dr. Vera Rupp keltenwelt am Glauberg), Dipl-Rest. Nicole Ebinger-Rist, Prof. Dr. Dirk Krauße (beide LDA Baden-Würtemberg) und Markus Binggeli (Bern) (v.l.n.r.).
Gruppenbild mit Fürstin: MinR Christian Bührmann, Dr.Sabine Schade-Lindig (hessenARCHÄOLOGIE), Dr. Vera Rupp (Keltenwelt Glauberg), Dipl.-Rest. Nicole Ebinger-Rist, Prof. Dr. Dirk Krauße (beide LDA Baden-Würtemberg) und Markus Binggeli (Bern) (v.l.n.r.).

In Vertretung des erkrankten Landesarchäologen Dr. Udo Recker begrüßte nach Frau Dr. Vera Rupp (Keltenwelt am Glauberg) auch Frau Dr. Sabine Schade-Lindig (Landesamt für Denkmalpflege Hessen, hessenARCHÄOLOGIE) die anwesenden Gäste – darunter auch MinR Christian Bührmann (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst), Landrat Jan Weckler (Wetteraukreis), den Kreisbeigeordneten Matthias Walther, die Bürgermeister Carsten Krätschmer (Glauburg), Timo Tichai (Hirzenhain) und Erich Spamer (Büdingen), den Präsidenten des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, Dr. Markus Harzenetter sowie Dr. Carsten Amrhein (Römerkastell Saalburg Museum und Archäologischer Park). Ein besonderer Dank ging an Prof. Dr. Dirk Krauße (Landesarchäologe Baden-Württemberg), Frau Dipl.-Restauratorin Nicole Ebinger-Rist (landesamt für Denkmalpflege im Regierungsbezirk Stuttgart), die diese Präsentation konzipierten, und an den Experimentalarchäologen Markus Binggeli (Bern), der die gezeigten Repliken anfertigte.
Zudem betonte Schade-Lindig weiter, dass mit dieser Präsentation „… ein Hochkaräter in Punkto Sonderausstellung nun den Weg in die Keltenwelt am Glauberg gefunden hat ...“.
Dieser Aussage schloss sich auch MinR Christian Bührmann an, der die Grüße der Hessischen Landesregierung und der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, überbrachte.In seiner Rede betonte er mehrfach, dass das Zustandekommen dieser Präsentation in der Keltenwelt auch als ein deutliches Zeichen für die sehr gute und länderübergreifende Vernetzung sowie für den engen und partnerschaftlichen Austausch zwischen dem baden-württembergischen und hessischen Ministerium sowie den beiden Landesämter zu werten ist.
Ausdruck hierfür ist auch, „... dass in diesem Fall die Schirmherrschaft zu dieser Ausstellung von den beiden Gattinnen der jeweiligen Ministerpräsidenten, Ursula Bouffier (Hessen) und Gerlinde Kretschmann (Baden-Württemberg) übernommen wurde ...“.

Auch Frau Dr. Vera Rupp bedankte sich anschließend nochmals ausdrücklich bei allen Mitarbeitern der Keltenwelt, dem Förderverein und bei Prof. Dr. Dirk Krauße dafür, dass es möglich wurde, dass diese Präsentation, die in dieser Form 2012 entwickelt wurde, nun zum ersten Mal außerhalb Baden-Württemberg gezeigt wird – und dies in der Keltenwelt am Glauberg!
Nach weiteren Dankesworten an den Berner Experimentalarchäologen Markus Binggeli, der die gezeigten Repliken angefertigt hat, sowie an die Chefrestauratorin des Landesamtes für Denkmalpflege Baden-Württemberg, Dipl.-Rest. Nicole Ebinger-Rist, übergab sie das Wort an Prof. Dr. Rüdiger Krause und Ebinger-Rist.

In einer kurzen Präsentation berichteten die beiden Kollegen aus Baden-Württemberg zum Abschluss über die Auffindung und die Restaurierung des Fürstinnengrabes. Geborgen als 80 Tonnen schwerer Block, wurde die gesamte Grabkammer in der Esslinger Restaurierungswerkstatt unter Laborbedingungen mit modernster Technik minutiös schichtweise freigelegt und dokumentiert.

Mit vielen neuen Informationen versehen, nutzten im Anschluss an den offiziellen Teil zahlreiche Gäste die Gelegenheit, sich im Gespräch mit den Experten - quasi direkt an den Objekten in den Vitrinen – weitere Details zur Restaurierung und Herstellung der Repliken erklären zu lassen.

Ebenso ließen sich in einer mobilen Werkstatt Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der archäologischen Restaurierungswerkstatt des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen am Rande der Veranstaltung bei der Arbeit an zwei kleinen Blockbergungen über die Schulter sehen. So bekamen die Besucher gewissermaßen beispielhaft im Kleinen zu sehen, was im Großen mit dem Grab der Fürstin nach der Bergung in der Werkstatt unternommen wurde.

Musikalisch wurde die Eröffnungsveranstaltung von dem Akkordeonkünstler Alexandre Bytchkov (Mainz) gestaltet.

Fazit: eine rundum gelungene Ausstellungseröffnung!

Informationen zur Ausstellung:

Die Heuneburg an der Donau (Baden-Württemberg) zählt zu den bedeutendsten keltischen Siedlungen in Europa. Archäologen stießen 2010 unweit dieses Fürstensitzes auf die mit wertvollen Beigaben versehene Grabkammer einer frühkeltischen Frau. Die 583 v. Chr. angelegte Begräbnisstätte wurde als 80 Tonnen schwerer Block geborgen und in der Restaurierungswerkstatt des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart aufwändig freigelegt. Die wertvollen Grabbeigaben aus Gold, Bernstein und Bronze belegen, dass die 30 bis 40 Jahre alte Frau einst zur privilegierten Elite der keltischen Gesellschaft gehörte.

Die Ausstellung "Das Geheimnis der Keltenfürstin von der Heuneburg" greift die Fragen der Wissenschaft auf und präsentiert originalgetreue Nachbildungen der Fundstücke. Sie gelten als herausragende Beispiele frühkeltischen Kunsthandwerks. Die Herstellung des filigran verzierten Goldschmucks stellt selbst nach über 2500 Jahren noch eine echte Herausforderung dar. Erstklassige Goldschmiedetechniken der Kelten und erfolgreiche Rekonstruktionen des Goldschmucks sind deshalb auch ein spannendes Thema der Sonderausstellung der Landesarchäologie Baden-Württemberg in der Keltenwelt am Glauberg.

Keltenwelt am Glauberg
Dr. B. Leinthaler, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, hessenARCHÄOLOGIE