Wir freuen uns, Ihnen das Buch „Kulturelle Entdeckungen – Neues Bauen in Hessen“ der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, an dem auch drei unserer Kollegen mitgewirkt haben, vorstellen zu dürfen.

Passend zum 100-jährigen Gründungsjubiläum des Bauhauses entstand durch die Zusammenarbeit von über 30 Autoren das neu herausgegebene Buch. Vorgestellt wurde es am 27.2.2019 durch Matthias Haupt, den Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung.

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„Neues Bauen in Hessen“ - Eine Lektüre, mit der man sich gerne in der Freizeit beschäftigt, um die unmittelbare  Umgebung vor der eigenen Haustür zu erkunden – Das Buch ist ein wertvoller architektonischer Reiseführer.
„Neues Bauen in Hessen“ - Eine Lektüre, mit der man sich gerne in der Freizeit beschäftigt, um die unmittelbare Umgebung vor der eigenen Haustür zu erkunden – Das Buch ist ein wertvoller architektonischer Reiseführer.

Der Fokus der Publikation liegt besonders auf kleineren Gemeinden und weniger bekannten Objekten. Die Stiftung möchte Kulturobjekte auch dort erlebbar machen. Bei den Themen Neues Bauen und Bauhaus denkt man oftmals zuerst an „Das Neue Frankfurt“ mit seiner umfassenden Stadterneuerung, oder auch an Kassel. Doch ein Blick nach Links und Rechts lohnt sich, denn es gibt noch viel mehr zu entdecken. Aus diesem Grund widmet sich das Buch insgesamt 155 Objekten aus Hessen, welche in der Zeit des Neuen Bauens entstanden und bislang noch nicht im Zusammenhang mit dem Bauhaus genannt wurden.

Im Buch werden verschiedene Denkmalgattungen vorgestellt, wie beispielsweise Siedlungen, öffentliche Gebäude, Sakralbauten, Profanbauten und Gebäude der Industrie und Technik. Neben bekannteren von Ernst May, Sep Ruf oder Schütte-Lihotzky widmen sich die drei im Buch vertretenen Autoren des Landesamtes für Denkmalpflege, Kristin Schubert, Dr. Tobias Michael Wolf und Dr. Verena Jakobi weniger bekannten Schmuckstücken. Jakobi beschäftigt sich mit dem ehemaligen staatlichem Kurhotel (heute Hotel Eden Parc) in Bad Schwalbach und der Autobahnmeisterei in Idstein. Kristin Schubert behandelt zwei ehemalige Caltex-Tankstellen und Dr. Tobias Wolf schreibt über die Katholische Pfarrkirche zu den Heiligen Aposteln in Eschwege und die Arbeitersiedlung der Textilfabrik Fröhlich und Wolff.

Das Bauhaus

Am 21.04.1919 – vor 100 Jahren – entstand das Bauhaus als erste reformierte Kunstschule. Diese Hochschule für Kunst und Design ist bis heute von großer Bedeutung und wird auch künftig für unser Verständnis der Architektur des 20. Jahrhunderts von zentraler Bedeutung sein. Obwohl man ursprünglich gar nicht beabsichtigte, einen weiteren Stil an die lange Reihe vorangegangener Stilrichtungen anzuhängen, weiß heute nahezu  jede/r, was mit dem „Bauhaus-Stil“ gemeint ist und dass es um neue Denkweisen ging. Im Zentrum der Überlegungen stand die Verbindung von Handwerk und Kunst sowohl bei Einrichtungsgegenständen, Räumen und Gebäuden. Dieses Zusammenspiel und Aufeinander Bezugnehmen sollte zu einer humaneren Gesellschaft führen. Das Ziel war eine völlig neue Form des Bauens und der Zweckmäßigkeit. Untrennbar mit dem Bauhaus verknüpft sind Namen wie Walter Gropius, Ernst May, Mies van der Rohe („Less is more“) und Louis Sullivan („form follows function“). Sie alle prägten die Erneuerungsbestrebungen der Zeit entscheidend mit. Außerdem beeinflussten neue Anforderungen an das Wohnen den Bauhaus-Stil. Gesundes Wohnen stand im Fokus, was zu einer zentralen Bedeutung von Licht, Luft und Sonne in der Bauhaus Architektur, insbesondere bei Wohnsiedlungen führte. Umsetzbar wurden diese Ziele unter anderem auch durch den Einsatz der neuen Materialien Glas, Stahl und Beton. Insbesondere durch die Verwendung dieser Materialien grenzte das Neue Bauen sich stark vom Historismus ab.

Die Architektur des Bauhauses ist ein Bestandteil des Neuen Bauens. Der Begriff des Neuen Bauens wurde auch nach dem Zweiten Weltkrieg für den Wiederaufbau verwendet. Deswegen erstreckt sich die betrachtete Zeitspanne in „Neues Bauen in Hessen“ von 1919 (Gründung Bauhaus) bis Ende der 1960er Jahre.

Der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, Dr. Markus Harzenetter, freute sich über das gelungene Ergebnis dieser engen Zusammenarbeit und bedankte sich bei der Sparkassen-Finanzgruppe, welche als Hauptförderer eingetreten ist. Laut Harzenetter trage die Publikation dazu bei, Hessen neu und anders zu erleben und zu entdecken. Das Buch biete einen gut strukturierten Querschnitt der Architektur in Hessen und zeige wichtige Schauplätze des Neuen Bauens in Hessen, die bislang noch nicht im Fokus gestanden seien.

Die Sparkassen-Kulturstiftung fördert bereits seit 20 Jahren kulturelles Engagement und unterstützt Initiativen die helfen, den Rang der beiden Bundesländer Hessen und Thüringen als zentrale Kulturlandschaften zu unterstreichen. Daher werden Projekte gefördert und beim Entstehen weiterer zur Seite gestanden.

A. Ganz (Praktikantin) Landesamt für Denkmalpflege Hessen