Vorstellung des Kinderbuches „Das geheimnisvolle Schweigen der alten Fabrik“ in Groß-Auheim

„Das Erscheinen des Kinderbuches von Steffi Bröckerbaum und Thomas Hauck ist ein wichtiger Meilenstein für die Denkmalpädagogik“, sagte Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege. Es zeige sich immer wieder, dass Kinder sich sehr für die Geschichte alter Gebäude und archäologischer Zeugnisse interessierten – vorausgesetzt, man verstehe ihr Interesse zu wecken.

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Lesung Kinderbuch am 26.03.2017
Lesung Kinderbuch am 26.03.2017

Tim und Marie sind mit ihren Eltern in einem Wellnesshotel in der Nähe von Groß-Auheim. Mit ihren Skateboards erkunden sie die unmittelbare Umgebung und landen zufällig auf dem Areal der Kunstseidefabrik. Dort begegnen ihnen Menschen, die früher in der Fabrik gearbeitet haben. Inspiriert von deren Erzählungen wollen die Kinder mehr über die leer stehenden Hallen wissen und erleben dabei einige spannende Überraschungen.

Am 26. März wurde das erste Kinderbuch zur Industriedenkmalpflege in der Alten Schule in Großauheim vorgestellt. Autor Thomas J. Hauck war aus Berlin angereist, um aus seinem Buch zu lesen. Dr. Sabine Laber-Szillat, die Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Groß-Auheim, begrüßte die Gäste, Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck übermittelte ein Grußwort von Seiten der Stadt Groß-Auheim. Steffi Bröckerbaum, die Initiatorin des Projektes, skizzierte die baulichen Veränderungen der Fabrik im Zusammenhang mit wechselnden Produktionszweigen. Kristin Schubert, Bezirkskonservatorin im Landesamt für Denkmalpflege Hessen sprach über die Aufgaben der Industriedenkmalpflege in Hessen und Dr. Katrin Bek, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im Landesamt für Denkmalpflege Hessen, berichtete, welche Faktoren zum Gelingen des Projektes beigetragen haben.

Die Idee zu dem Buch hatte Steffi Brökerbaum 2015 in einem Seminar an der Viadrina-Universität in Frankfurt/Oder entwickelt. Statt das Konzept in der Schublade verschwinden zu lassen, machte sie sich auf den Weg, um einen geeigneten Autor, Sponsoren, eine Graphikerin und einen Verlag zu finden.

Neben der Idee hat Frau Brökerbaum auch den Wissensteil des Buches erarbeitet, in dem Kinder sich ganz nebenbei darüber informieren können, warum es wichtig ist, Zeugnisse der Arbeitswelt unserer Vorfahren zu erhalten.

Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen hat die Entstehung des Buches gefördert und dies an die Auflage geknüpft, dass die Geschichte in einem hessischen Kulturdenkmal spielt. Aufgrund der guten Quellenlage fiel die Wahl auf die ehemalige Kunstseidefabrik in Groß-Auheim. Der Heimat- und Geschichtsverein Groß-Auheim begeisterte sich für die Idee und versorgte die Ideengeberin ausreichend mit Informationsmaterial.

Der Heimat- und Geschichtsverein hat die Vorstellungsveranstaltung organisiert. Ermöglicht wurde sie durch eine Spende der Landmaschinenfabrik Bautz, die das Gelände der ehemaligen Kunstseidenfabrik bis in die 70er Jahre genutzt hat. Heute werden die Hallen vermietet.

Dr. K. Bek