Staatsministerin Angela Dorn im Landesamt für Denkmalpflege Hessen

Am 28. März 2019 stattete Angela Dorn, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen einen Antrittsbesuch ab.

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Staatsministerin Angela Dorn und Staatssekretärin Ayse Asar
Staatsministerin Angela Dorn und Staatssekretärin Ayse Asar in der Restaurierungswerkstatt der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen

Bei ihrem Antrittsbesuch unterstrich Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn ihre Wertschätzung für die Denkmalpflege in Hessen. Als kulturell und geschichtlich gewachsene Umwelt stelle das Kulturerbe unser heutiges Lebensumfeld dar und sei deshalb von großer Bedeutung. Ministerin Dorn zeigte sich zudem beeindruckt von der Tatsache, dass sich landesweit etwa 600 Vereine für die Denkmalpflege engagieren. Nur im Zusammenwirken mit all den ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern könne die Denkmalpflege sich auch in Zukunft für das kulturelle Erbe in Hessen einsetzen. Ziel des Antrittstermins von Frau Ministerin Dorn war es, die Aufgabenfülle des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen als Denkmalfachbehörde vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen darzustellen.

Denkmäler sind Erinnerungshorte
„Denkmäler sind ‚Erinnerungshorte‘, sagte Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, einleitend und zitierte damit den preisgekrönten Historiker Jürgen Osterhammel. Osterhammel habe von der „virtuellen Gegenwart“ der Denkmäler gesprochen, die die Vergangenheit im „Aggregatzustand der Möglichkeiten“ beinhalte. Nur im Akt des Nachvollzuges würden sie lebendig.

Nur was man kennt, kann man schützen
Insofern gehöre die die wissenschaftliche Erforschung und Untersuchung von Kulturdenkmälern als Beitrag zur Landesgeschichte zu den zentralen Kernaufgaben des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen: „Nur was man kennt, kann man schützen und seinen Wert der Öffentlichkeit vermitteln.“ Das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen sei die operative Grundlage für die Umsetzung des Denkmalschutzes. Denkmäler seien Teil der historischen Kulturlandschaften Hessens – wichtig sei es, ihren Wert und ihre Bedeutung schon frühzeitig in aktuelle Planungszusammenhänge einzuspeisen.

Strategien der Praktischen Denkmalpflege
Während es in der Bau- und Kunstdenkmalpflege darum gehe, gemeinsam mit den Eigentümern Strategien für die Erhaltung und dauerhafte Nutzung von Denkmälern zu entwickeln, mündeten bodendenkmalpflegerische Maßnahmen oftmals in die Sicherstellung sachgerechter Grabungen und Dokumentationen und der langfristigen Aufbewahrung in Depots oder im Museum.

Vom Wert des „Vier-Augen-Prinzips“
Der Umgang mit Denkmälern erfordere – in Übereinstimmung auch mit den internationalen Chartas und Standards – eine spezielle Expertise. Daher sehe das hessische Denkmalschutzgesetz ein „Vier-Augen-Prinzip“ vor, also die einvernehmliche Abstimmung zwischen Unteren Denkmalschutzbehörden und Denkmalfachbehörde, eine seit Jahrzehnten bewährte Regelung.

Kulturdenkmäler als Spiegel gesellschaftlicher Veränderungsprozesse
Sämtliche demografische Veränderungen wirkten sich unmittelbar auf Kulturdenkmäler aus, sei es durch Nachverdichtungen in Ballungsräumen, durch Entwicklung neuer Gewerbegebiete einerseits, durch Schrumpfung und Verödung von Altorten in ländlichen Regionen andererseits. Keine andere Kulturinstitution des Landes sei derart omnipräsent in allen Teilen des Landes.

Besuch der Restaurierungswerkstatt
Die Ministerin besuchte abschließend die Restaurierungswerkstatt der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege im Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Dort informierte sie sich über die derzeit laufenden Maßnahmen und Restaurierungsprojekte.

Dr. Katrin Bek, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Bau- und Kunstdenkmalpflege