Sonderausstellung 800 Jahre St. Leonhard

In einer Kooperation des Dommuseums Frankfurt mit dem Archäologischen Museum und der Denkmalpflege der Stadt Frankfurt sowie dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen wird am 15. August die Ausstellung „Schätze aus dem Schutt“ zu 800 Jahren St. Leonhard in Frankfurt am Main eröffnet. Nach rund zehn Jahren umfassender Restaurierungsarbeiten in der Kirche und damit einhergehenden Grabungen werden nun die Grabungsfunde und restaurierten Schmuckstücke zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert.

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Eines der Highlights der Ausstellung: Die Beweinungsgruppe in ihrem restaurierten Zustand.
Eines der Highlights der Ausstellung: Die Beweinungsgruppe in ihrem restaurierten Zustand.

Eines der Highlights der Ausstellung ist die sogenannte Beweinungsgruppe aus Ton, aufwändig restauriert in der Restaurierungswerkstatt der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege des Landesamtes für Denkmalpflege. Die 63 Fragmente der Plastik gehören zu der Gruppe der mittelrheinischen Tonfiguren  aus der Zeit um 1420-1440 und wurden bei Grabungen in St. Leonhard im Jahr 2009 gefunden. Es bedurfte monatelanger intensiver Arbeit, um sie wieder zu einem Kunstwerk zusammenzusetzen. Christine Kenner, Leiterin der Restaurierungswerkstatt am Landesamt für Denkmalpflege zeigt sich sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis: „Dass wir die Beweinungsgruppe heute als nahezu komplette Plastik betrachten können, haben wir am Anfang nicht zu hoffen gewagt.“

Der Referatsbereich Restaurierung und Bauforschung des Landesamtes wirkte intensiv an der Ausstellungskonzeption mit, bestückte Vitrinen und schrieb zahlreiche Begleittexte. Die Ausstellung im Dommuseum ist somit das Ergebnis einer konstruktiven Zusammenarbeit unterschiedlicher Kooperationspartner und damit auch unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen. „Dieser weitgespannte Ansatz trägt maßgeblich dazu bei, dass die vielen Funde und Ausstellungsstücke neue Aspekte nicht alleine für die Kirche St. Leonhard, sondern auch für die Bedeutung Frankfurts als kulturelles Zentrum im Mittelalter eröffnen“, erläutert Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege. „Die Ausstellung spiegelt diese Vielschichtigkeit der Disziplinen wieder und ermöglicht den Besuchern somit auch Einblicke in die Arbeit und Ergebnisse von Denkmalpflege und Restaurierung.“

Mit Vorträgen, Führungen und wissenschaftlichen Publikationen in der Zeitschrift des Landesamtes, „Denkmalpflege und Kulturgeschichte“, begleitet das Team des Referatsbereichs Restaurierung und Bauforschung die bis zum 19.01.2020 andauernde Ausstellung auch weiterhin.

L. Görze, Landesamt für Denkmalpflege Hessen