Planung des Neubaus der Frankfurter Doppelanlage für Oper und Schauspiel wird vom Landesamt für Denkmalpflege begleitet

Nach der Entscheidung der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung vom 30. Januar 2020 sollen die Städtischen Bühnen abgerissen werden. Dagegen protestieren bundesweit Fachleute und Bürger. In einer Petition fordern sie auch die Feststellung des Denkmalwertes.

Artikelbild.jpg

Blick auf das Foyer von Süd-Osten
Der dominante Topos des Foyers mit der Geste von Transparenz in unmittelbarer und übertragener Bedeutung wurde als besondere Form des öffentlichen Raumes wahrgenommen und genutzt.

„Mit seiner urbanen, transparenten Fassade steht das Foyer für das neue, demokratische Selbstverständnis Westdeutschlands nach 1945. Es wurde als besondere Form eines öffentlichen Raums wahrgenommen und entsprechend genutzt,“ sagte Heinz Wionski, Leiter der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege im Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Die räumliche Eindeutigkeit der Foyerfassade am Willy-Brandt-Platz als Straßenraumbegrenzung wie als Fluchtpunkt aus Richtung Gallus-Anlage belege die städtebauliche Bedeutung dieser baulichen Anlage. Damit erfülle das Foyer die Voraussetzungen eines Kulturdenkmals aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen und an seinem Erhalt bestehe ein öffentliches Interesse. „Wir freuen uns darauf, im konstruktiven Miteinander Chancen und Möglichkeiten der Erhaltung und Integration der denkmalwertenElemente zu erörtern und gemeinsam weitere Schritte zu entwickeln“, so Wionski. Wichtig sei es, die geschichtliche Dimension des Standorts Städtische Bühnen insgesamt sowie das besondere Erhaltungsinteresse am Foyer als Rahmenbedingung in den Planungsprozess einzubringen.