Jurybereisung ausgewählter Objekte am 23. und 24. Mai 2018

Die Jury für den Hessischen Denkmalschutzpreis 2018 hat sich bei ihrer Bereisung am 23./24. Mai einen persönlichen Eindruck von zehn Objekten in Nord-, Mittel- und Südhessen gemacht. Der Preis wird am 30. August 2018 durch den Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, in der Rotunde des Biebricher Schlosses verliehen.

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Jurymitglieder bei der Besichtigung eines der vorgeschlagenen Objekte
Bereisung am 23. und 24. Mai 2018

Quer durch die Jahrhunderte

„Die Bandbreite der Objekte, die wir in diesen beiden Tagen gesehen haben, war beeindruckend. Sie reichte von einer ehemaligen Synagoge (19. Jhdt) über ein Schlösschen (18. Jhdt), einen historischen Stadtturm (14. Jhdt) über ein ehemaliges Gasthaus (17. Jhdt), ein ehemaliges Pfarrhaus (18. Jhdt.), ein Forsthaus (17. Jhdt), eine ehemalige Scheune (18. Jhdt) und ein Fachwerkhaus (18. Jhdt.) bis zu einem Verwaltungsgebäude und einem Wohnhaus aus den 50er Jahren,“ sagte Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. Die Qualität der Maßnahmen sei durchweg überdurchschnittlich und setze Maßstäbe für künftige Bauherren. Eindrucksvoll repräsentierten diese Gebäude die Spannbreite der Anforderungen an den historischen Gebäudebestand in Hessen. In allen Fällen sei es gelungen, gefährdete oder vom Abriss bedrohte Kulturdenkmäler zu retten und mit angemessenen, neuen Funktionen zu füllen. Durchweg handele es sich um innovative, handwerklich hochwertige Maßnahmen, die von den Eigentümern, Architekten, Denkmalpflegern oder Projektleitern engagiert und überzeugend vorgestellt worden seien. 

Die Jury

Bei ihrer ersten Sitzung im April hat sich die Jury sich über die eingegangenen 31 Bewerbungen ausgetauscht und sich auf 10 Objekte verständigt, von denen sie sich im Rahmen einer zweitägigen Reise einen persönlichen Eindruck verschaffen wollte. Der Jury gehören an: Charlotte Bairstow, Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Gießen; Christian Bührmann, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst; Matthäus Friederich, Leiter des Referates Bürgerengagement in der Hessischen Staatskanzlei; Prof. Dr. Ulrich Grimminger, Denkmaleigentümer und Preisträger 2017; Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege und Juryvorsitzender; Dorothee Hoffmann, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Lotto Hessen; Dr. Margot Klee, hessenARCHÄOLOGIE; Kerstin Reissmann-Priester, Evangelische Kirche in Kurhessen-Waldeck, Leiterin der Bauabteilung; Klaus Repp, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden und Heinz Wionski, Landeskonservator im LfDH.

Ehrenamtspreis erstmals Bestandteil des Hessischen Denkmalschutzpreises

Bestandteil des Hessischen Denkmalschutzpreises ist auch der Hessischen Staatskanzlei gestiftete Ehrenamtspreis. Er wird für das gemeinschaftliche Engagement bei der Rettung und Sanierung von Kulturdenkmälern vergeben, für die sich sonst niemand einsetzt. Die ehrenamtlich Engagierten nehmen den Kontakt zu den Verantwortlichen vor Ort auf, akquirieren Spenden und Fördergelder und bauen gut funktionierende Netzwerke aus Spezialisten und Medienvertretern auf, um Gelingen der Sanierung durch eine zielführende Kommunikation zwischen allen Beteiligten zu sichern. Ohne die Tatkraft der Ehrenamtlichen würde es einige der vorgeschlagenen Objekte heute zweifellos nicht mehr geben.

Verleihung des Hessischen Denkmalschutzpreises am 30. August 2018

Insgesamt werden elf Preise – darunter drei Ehrenamtspreise – vergeben. Dies hat die Jury in ihrer abschließenden Sitzung am Abend des 24. Mai nach eingehender Diskussion entschieden. „Wir haben uns mit dieser Entscheidung alles andere als leicht getan, denn im Grunde sind alle diese Objekte großartig und verdienten eine Auszeichnung“, sagte Harzenetter. Wer letztlich ausgezeichnet wird, das soll erst am 30. August bei der Verleihung des Preises durch den Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, in der Rotunde des Biebricher Schlosses verkündet werden.

Warum wir den Preis vergeben

Kulturdenkmäler sind in ihrer Geschichte und Substanz immer einzigartige Gebäude, deren Erhalt individueller Lösungen bedarf. Berücksichtigt werden die räumliche Lage des Objektes, die wirtschaftliche Situation der Maßnahme und insbesondere der Umgang mit der historischen Bausubstanz. Ausgezeichnet werden Lösungen, die durch handwerklich-technische Qualität und besonderes Engagement eine Vorbildwirkung erzielen und anderen Mut machen, sich für den Erhalt von Kulturdenkmälern zu engagieren. Eingereicht werden können Projekte, deren Fertigstellung nicht länger als drei Jahre zurück liegt.

Einen Überblick über die Preisträger der letzten Jahre finden Sie unter https://lfd.hessen.de/service/auszeichnungen/hessischer-denkmalschutzpreis

Die Preisträger des Hessischen Denkmalschutzpreises 1986 – 2010 finden Sie in der Schriftenreihe unserer Arbeitshefte.

Hessischer Denkmalschutzpreis 1986 – 2010. 25 Jahre vorbildlicher Einsatz für die Denkmalpflege. Redaktion: Katharina Benak und Tobias Wolf, 2010.

ISBN 978-3-8062-2409-2 / 9,80 €

Dr. K. Bek, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Bau- und Kunstdenkmalpflege