Johannes Martin Müller ist seit dem 1. 12. 2019 Volontär in der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege

In seinem Volontariat möchte Müller sich vor dem Hintergrund seines besonderen Forschungsinteresses mit allen Aufgabenbereichen des Landesamtes für Denkmalpflege vertraut machen.

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Der Wohlstandsbalkon von Kronberg und Königstein: Die Villa Andreae
Die bedeutendste Bankiersvilla auf dem "Wohlstandsbalkon" von Kronberg und Königstein, die Villa Andreae (1890), erhebt sich als visuelle Landmarke vor dem Haupt des Altkönigs.

Die Belle Époque und ihre Kulturlandschaftselemente
„Als Historischer Geograph und Kulturlandschaftsexperte des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege in München beschäftige ich mich schon seit vielen Jahren mit der Belle Époque und ihren Kulturlandschaftselementen“, sagt Johannes Martin Müller (32). In mehreren Publikationen hat er sich vor allem mit der hochherrschaftlichen Villa als „Playground“ des Adels und des Großbürgertums auseinandergesetzt. „Ich freue mich darauf, mich vor dem Hintergrund meines besonderen Forschungsinteresses mit den Kollegen und Kolleginnen aus der Bezirksdenkmalpflege und der Gartendenkmalpflege zu vernetzen und die Aufgabenbereiche des Landesamtes für Denkmalpflege kennen zu lernen.“  

Müller hat Sommerfrischelandschaften wie das oberösterreichische Salzkammergut, den Berliner Wannsee, das Starnberger Fünfseenland und schließlich auch den Taunushang um Kronberg und Königstein studiert und an ihnen die Erfassung von strukturübergreifenden Entwicklungen von Denkmallandschaften erprobt.

Seine im April 2019 abgeschlossene Masterarbeit an der Professur für Historische Geographie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ist nicht nur die erste wissenschaftliche Monographie zur Bankiersvillenlandschaft des Vordertaunus, sondern auch ein Kompendium für alle, die sich mit dem historischen Villen- und Landhausbau im Rhein-Main-Gebiet befassen. Müller hat vor allem den Villengarten im Hinblick auf seine freizeitorientierte Nutzung analysiert. Eine Erkenntnis etwa war, dass das sog. Lawn Tennis – das Tennisspielen auf Rasenplätzen – nicht nur durch englische Kurgäste in Bad Homburg etabliert wurde, sondern auch durch die Nachahmung des englischen Landhauses. Eine bislang unterschätzte Rolle dabei spielte Schloss Friedrichshof in Kronberg.

Baukultur müsse in ihrem landschaftlichen und funktionellen Kontext betrachtet werden. Wichtig sei der großmaßstäbliche Blick auf die Denkmallandschaft. Bei der Anlage der Parks am Taunus etwa habe das Motiv der Schönen Aussicht, das idealisierende Sichtachsen auf die Burgen von Kronberg und Königstein hervorgebracht habe, eine bedeutende Rolle gespielt.

Während seines Masterstudiums der Historischen Geographie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg (2016-2019) hat sich Müller auf die Akquise und Auswertung digitalisierter und internationaler Archivquellen spezialisiert. Dabei spielte die Altkartenanalyse, aber auch die Erstellung digitaler Kartenwerke unter Zuhilfenahme geographischer Informationssysteme eine wichtige Rolle.

Auch die Vermittlung liegt ihm seit vielen Jahren am Herzen. Nach dem Abschluss des gymnasialen Staatsexamens (Geographie/Germanistik) an der Universität Passau (2015) widmet er sich nun dem ‚Storytelling‘ von Kulturlandschaften. Gemeinsam mit dem Institut für Länderkunde in Leipzig (IFL) hat er bereits mehrere Angebote für mobile Endgeräte - so z. B. die Plattform "Landschaften in Deutschland" mit auf den Weg gebracht (s. Links).

Johannes Müller (Kontakt: Johannes.Mueller@lfd-hessen.de) unterhält auch eine eigene, kulturlandschaftlich orientierte Facebook-Seite (Landschaftsleser).

Wir freuen uns auf die Zeit mit ihm und wünschen ihm alles Gute für diesen Lebensabschnitt!

Dr. Katrin Bek, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Bau- und Kunstdenkmalpflege