Im Rahmen des Denkmalschutzsonderprogramms VII wurden am 25.3.2019 zwei Bewilligungsbescheide überreicht – je ein Bescheid für das Theater Altes Hallenbad in Friedberg und für die Gesamtanlage Herrnhaag nahe Büdingen.

Am Montag, den 25.3.2019 fanden zwei Übergaben von Bewilligungsbescheiden im jeweiligen Denkmal statt. Dies geschah im Rahmen des Denkmalschutzsonderprogramms VII des Bundes, dessen Ziel der Erhalt und die Förderung der Vielfalt der Kulturlandschaften in Deutschland ist.

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Übergabe des Bewilligungsbescheides
Im Theater Altes Hallenbad wird der Bewilligungsbescheid übergeben (v.l.n.r.) Tobias Utter, Oswin Veith (MdB), Ulrich Lang, Dr. Markus Harzenetter (LfDH), Kathrin Anders, Dirk Antkowiak (Bürgermeister)

Theater Altes Hallenbad in Friedberg
Das ehemalige Jugendstil-Hallenbad soll Stück für Stück in ein Kulturhaus verwandelt werden. Erbaut wurde es 1909 als Badeanstalt, geschlossen im Jahr 1980. Fast 30 Jahre passierte nicht viel in dem Gebäude, bis 2007 die „Gesellschaft der Freunde Theater Altes Hallenbad“ entstand. 2009 brachte ein 66 Jahre gültiger Erbbaurechtsvertrag wieder Leben in das Gebäude. Nach und nach entstand mit Hilfe des Fördervereins, der mittlerweile über 1400 Mitglieder hat, das heutige Theater in dem alten Gebäude. Mittlerweile finden dort etwa 50 Veranstaltungen im Jahr statt. Das Foyer und das Dach sind bereits restauriert, aber es gibt noch weitere Vorhaben. Geplant ist, die ehemaligen Wannenbäder östlich der Hallenbad-Schmalseite zu einem großen Foyer umzubauen. So können dort Ausstellungen und Veranstaltungen stattfinden. Zusätzlich soll ein Teil des Gebäudes zu einer Bar ausgebaut werden und es soll ein neuer Kartenverkaufsschalter entstehen. Ab 2020 soll der Ausbau noch weiter gehen. Geplant sind ein neuer Aufzug, Büros, Seminarräume und eine Teeküche. Im darauffolgenden Jahr soll dann noch ein Bistro-Café mit Außenterrasse entstehen. Bisher wurden durch die ehrenamtliche Initiative rund 3 Millionen Euro in das Gebäude investiert, benötigt wird in etwa nochmal dieselbe Summe um alle Vorhaben zu realisieren. Ein wichtiger Schritt war dabei die Übergabe des Bewilligungsbescheides am 25. März in Höhe von 155.000 Euro. Übergeben wurde er von Oswin Veith, MdB, im Beisein von Dr. Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. Der feierliche Termin fand in den Räumlichkeiten des Friedberger Kulturhauses statt. Der Bescheid unterstützt die Sanierung des Raumes der ehemaligen Dusch- und Wannenbäder, die Wiederherstellung von Fenstern und Maßnahmen der statischen Ertüchtigung. Der Vorstand der Gesellschaft der Freunde Theater Altes Hallenbad Friedberg/Wetterauu e.V, Ulrich Lang, nahm den Bescheid entgegen.

Herrnhaag
Am selben Tag durfte noch ein weiterer Bewilligungsbescheid entgegengenommen werden. Dr. Peter Tauber, MdB und Bettina Müller, MdB  überreichten im Beisein von Dr. Harzenetter den Bescheid über 125.000 Euro im Büdinger Land auf dem Gelände der weltweit ältesten erhaltenen Modellanlage einer Herrnhuter Niederlassung, welche 1738 als Bürgergemeinde gegründet wurde. Innerhalb der Gesamtanlage befindet sich die sogenannte Lichtenburg als Einzeldenkmal, welche 1744 erbaut wurde. Maßgeblich am Erhalt des Komplexes beteiligt ist der „Verein der Freunde des Herrnhaag e.V.“, welcher sich bereits im Jahr 1959 gegründet hat. Das vorrangige Ziel des Vereins ist der Erhalt und die Restaurierung der Anlage Herrnhaag, um sie kirchlichen, kulturellen und sozialen Aufgaben zur Verfügung zu stellen.

Der Bescheid unterstützt die Sanierung des Vierfügelbaus mit seinem großen Kirchensaal im Mansardgeschoss. Beantragt wurde ein Zuschuss für die Sicherung und Restaurierung der Bausubstanz. Der Bescheid liefert die Mittel für die Instandsetzung der Emporen des Saals, welche auf der Süd-Seite stark durch den Hausschwamm befallen waren, was einen Rückbau der Emporen notwendig machte. Außerdem ermöglicht er die Instandsetzung der Treppenhäuser, der Ausstellungsräume und der Außentüren der Lichtenburg.

Entgegen genommen hat den Bescheid der 2. Vorsitzende des Vereins der Freunde des Herrnhaag, Bodo Preisser, auf dem Gelände der barocken Anlage. Herr Preisser ließ verlauten, dass dies ein Tag des Dankes für ihn sei und der gesamte Herrnhaag eine Herzensangelegenheit sei, die durch den Bewilligungsbescheid immens unterstützt werde.

Alina Ganz, Praktikantin, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Bau- und Kunstdenkmalpflege