Henriette von Preuschen ist neue Bezirkskonservatorin

„Für mich ist es ein Glücksfall, im Landesamt für Denkmalpflege Hessen zu arbeiten“, sagt Dr.-Ing. Henriette Freifrau von Preuschen von und zu Liebenstein. Seit Februar 2020 betreut sie als Bezirkskonservatorin die Landeshauptstadt Wiesbaden sowie die Kreise Groß-Gerau und Bergstraße.

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Seit Februar für die Landeshauptstadt Wiesbaden sowie die Kreise Groß-Gerau und Bergstraße zuständig: Henriette von Preuschen.
Seit Februar für die Landeshauptstadt Wiesbaden sowie die Kreise Groß-Gerau und Bergstraße zuständig: Henriette von Preuschen.

In enger Zusammenarbeit mit den Unteren Denkmalschutzbehörden ist Henriette von Preuschen für die Vorbereitung und Begleitung bundes- und landeseigener, städtischer, kirchlicher sowie herausragender privater Bauvorhaben zuständig. „In allen Bezirken habe ich es mit einem breiten Spektrum an geschichtlichen, künstlerischen, technischen, aber auch sozialen und wirtschaftlichen Leistungen früherer Generationen zu tun. Kulturdenkmäler bereichern das Leben in den Regionen und bilden wichtige Bezugspunkte für die Menschen“, freut sich von Preuschen.

In Wiesbaden etwa steht ein Viertel – und damit etwa 10.000 Objekte – aller Liegenschaften unter Denkmalschutz. Da bundesweit nur circa 3 Prozent aller Gebäude unter Denkmalschutz stehen, gehört die Stadt Wiesbaden damit zu den Städten mit den meisten Kulturdenkmälern. „Die Stadt entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem international anerkannten Kurort. Wiesbaden als Residenzstadt mit einem Stadtschloss war später Hauptstadt des Regierungsbezirkes; hier siedelten sich höhere Beamte und wohlhabende Pensionäre an. Es entstanden repräsentative Kuranlagen, das Staatstheater, Wohnhäuser, Hotels und Villen“, sagt Henriette von Preuschen. Der Tatsache, dass die Stadt im Zweiten Weltkrieg von flächendeckenden Bombardements verschont geblieben sei, verdankten wir heute die ungewöhnliche Denkmaldichte.

Der Kreis Groß-Gerau dagegen sei eher ländlich geprägt. „Hier finden wir typische Hofanlagen des 15. bis 18. Jahrhunderts, landwirtschaftliche Siedlungen und Wohnsiedlungen des 20. Jahrhunderts, aber auch Fabrikantenvillen, Industrieanlagen, Brücken, Bahnanlagen, Schlösser und Kirchen“, konstatiert von Preuschen.

Mit Verweis auf die Bedeutung des Tourismus für den Kreis Bergstraße erklärt sie: „Hier finden wir Burgen, Schlossbauten und kleine Adelssitze. Heinrich Metzendorf etwa bezog Anregungen für seine Landhäuser aus der reichen ländlichen Architektur.“ Auch beeindruckten in dieser Region zahlreiche malerische Ortschaften.

Henriette von Preuschen ist eine erfahrene Denkmalpflegerin. Geboren in Bonn, aufgewachsen in Hamburg studierte sie Architektur an der TU Cottbus. Nach der Tätigkeit in einem Architekturbüro absolvierte sie den Master of Arts in der Denkmalpflege an der Universität von York. Im Anschluss an ihr Volontariat im Denkmalschutzamt Hamburg war sie an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus am Lehrstuhl Denkmalpflege als wissenschaftliche Mitarbeiterin beschäftigt. Sie wurde mit einer Arbeit über den Umgang mit kriegszerstörten Kirchen in der DDR promoviert. Ab 2010 war sie in der Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg als Bezirkskonservatorin tätig. Hier profitierte sie sehr von ihrer gewonnenen didaktischen Erfahrung. Vom Dienstsitz in Freiburg aus betreute die Oberkonservatorin den Landkreis Konstanz, die Stadt Konstanz, das UNESCO-Welterbe Klosterinsel Reichenau, die Stadt Radolfzell sowie den Schwarzwald-Baar-Kreis. Seit 2017 war die Wiesbadenerin vom Dienstsitz Karlsruhe aus zuständig für den Neckar-Odenwald-Kreis und Sinsheim.

Henriette von Preuschen ist verheiratet und hat einen Sohn.

Dr. Katrin Bek, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Bau- und Kunstdenkmalpflege