Erleben, wie Hessens Denkmalpflege funktioniert

Ein wichtiger Bestandteil des hessischen Denkmalschutzes ist die Zusammenarbeit zwischen dem Landesamt und den Denkmalbesitzern, Handwerkern, Architekten und der Politik vor Ort. Nur wenn diese Zusammenarbeit reibungslos funktioniert, können Denkmäler im Interesse aller erhalten werden. Das dies nicht nur für Hessen gilt, bewies der Besuch einer albanischen Delegation im Rahmen der Study tour to Hessen.

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Study Tour to Hessen
Die Study Tour to Hessen im Landesamt

Empfangen von Christine Kenner, stellvertretende Abteilungsleiterin der Bau und Kunstdenkmalpflege und Leiterin der Restaurierung und Bauforschung, lernten die Teilnehmer der Study tour nicht nur die Funktionsweise des Landesamtes und ihre gesetzliche Grundlage kennen, sondern konnten sich auch einen Eindruck davon verschaffen, wie diese Arbeit in der Praxis aussieht. „Der Besuch der albanischen Delegation hat Freude bereitet und war bereichernd“, erklärte Kenner zufrieden und führte fort: „Wir konnten viele ganz unterschiedliche Themenfelder besprechen, was maßgeblich dem ausgeprägten Interesse und der wachen Kommunikationsfreude der Gäste zu verdanken ist.“ Ein Schwerpunkt war hierbei die Legitimation und Ausbildung von am Denkmal tätigen Restauratoren, Architekten und Handwerkern.

Die Delegation, bestehend aus Vertretern der Organisation Cultural Heritage without Borders Albania, Regionaler Direktorate für Nationale Kultur und weiterer, mit der Denkmalpflege und dem traditionellen Handwerk vertrauter Organisationen und Behörden bereicherten die Bereisung mit ihrem offenkundigen Interesse und ihrer aktiven Beteiligung an Diskussionen sehr, so dass das Landesamt überzeugt ist, dass beide Seiten von dem kulturellen, wie auch inhaltlichen Austausch profitieren konnten. Ausgerichtet wurde die Study Tour to Hessen vom Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung in Kooperation mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und führte die albanische Delegation vier Tage lang durch Hessen.

Nach der Einführung in die Denkmalpflege in Hessen und das Denkmalschutzgesetz führte die Bereisung nach Kiedrich, wo Bürgermeister Winfried Steinmacher und Paul Beiler, Vorsitzender des Verwaltungsrates der katholischen Kirchengemeinde, die Delegation begrüßten. Bürgermeister Steinmacher berichtete begeistert über die Kiedricher Geschichte und die Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege.

In der Kiedricher Pfarrkirche St. Valentinus und Dionysius konnten Kenner, Beiler und der zuständige Architekt Hermann Alt umfassend über die Restaurierung des bedeutenden Baudenkmales berichten. Seit 2012 wird die Kirche aufwändig restauriert und so konnte sich direkt am Objekt ein spannender Erfahrungsaustausch zwischen Restaurierungstraditionen und Erfahrungswerten entwickeln.

„Der Besuch der Basilika in Kiedrich und das Gespräch mit dem Bürgermeister Steinmacher waren sehr aufschlussreich für die Delegation, weil sie verdeutlicht haben, wie die Verwaltung und die Bürger, in diesem Fall die Kirchengemeinde, beim Erhalt von historischen Gebäuden zusammenarbeiten und was das in der Praxis bedeutet“, berichtete Martina Ebensen, Projektleiterin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit. „Das war ein sehr anschauliches Beispiel dafür wie Denkmalpflege in Hessen funktioniert und Kernstück für unsere Delegationsreise nach Hessen. Denn die albanischen Kulturbehörden möchten diesen Ansatz auch in ihren historischen Städten verfolgen.“

Auch Ergys Prifti von der albanischen Delegation freute sich über den Besuch. „The restauration and the explanations of Ms Kenner was the most interesting”, erklärte der albanische GIZ Projektmitarbeiter.

Das Landesamt für Denkmalpflege wünscht der Albanischen Delegation weiterhin viel Erfolg bei ihren Bemühungen um die Bewahrung der erstaunlichen Denkmalvielfalt in Albanien und hofft, dass der Besuch nicht nur Freude bereitete, sondern auch einen Teil dazu beitragen konnte, Inspiration für die Zukunft der Denkmalpflege in Albanien zu liefern.

L.Görze, Dr. K. Bek, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Bau- und Kunstdenkmalpflege