Entdecken – was uns verbindet

„Das Motto ,Entdecken, was uns verbindet‘ beschreibt eine grundsätzliche und achtsame Haltung im Umgang mit unserer Geschichte und unseren Ressourcen“, sagte Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen vor rund 250 geladenen Gästen anlässlich des Neujahrsempfangs in der Rotunde des Biebricher Schlosses.

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An einem Strang ziehen
Das Projekt „Schatzinsel Kühkopf“ war eines von insgesamt elf Projekten, die vorgestellt wurden.

Vor dem Hintergrund von Renationalisierungen, Brexit und neu entstehenden Grenzen sei es so wichtig wie noch nie, auf die kulturellen Gemeinsamkeiten unseres baulichen und archäologischen Erbes hinzuweisen und europäisches Kulturgut im eigenen, lokalen Umfeld aufzuspüren, sagte Harzenetter weiter. Letztlich sei die Verflechtung von eigenen und fremden Traditionen das Fundament unserer kulturellen Vielfalt und unserer wirtschaftlichen Errungenschaften. Das von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ausgerufene Motto ‚Entdecken, was uns verbindet‘ stehe damit nicht nur für den Tag des offenen Denkmals, sondern auch für das Europäische Kulturerbejahr 2018, bei dem es darum gehe, die gemeinsamen kulturellen Wurzeln Europas zu entdecken.

Denkmalpflege verbindet
Die heute vorgestellten aktuellen Projekte der Denkmalpflege in Hessen bewiesen, wie wichtig es gerade im Bereich der Denkmalpflege sei, Kompetenzen zu bündeln und die Grenzen des eigenen Wissensgebietes zu überschreiten. Denn es gelte sowohl den besonderen Herausforderungen eines Denkmals und seiner Geschichte als auch den funktionalen Ansprüchen von Bauherren gerecht zu werden. Jede gelungene Sanierung sei das sichtbare Ergebnis einer gelungenen Zusammenarbeit zwischen Handwerkern, Denkmalpflegern, Architekten, Restauratoren, Eigentümern und Finanzinstituten.

Wir machen mit – unser Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr
Harzenetter sagte weiter, mit dem Projekt zu den Bauten der Hugenotten und Waldenser im Kontext des Europäischen Kulturerbejahres wolle das Landesamt für Denkmalpflege darauf hinweisen, dass Hessen bereits im 17. Jahrhundert Glaubensflüchtlinge aus Frankreich aufgenommen habe, die sich entlang der historisch überlieferten Fluchtroute niedergelassen hätten. Ziel sei es, bauliche Spuren dieser Zeit zu sichern, „denn in den Bauten spiegelten sich das kulturelle Erbe, die Traditionen, die Sprache, die Kunst und das Handwerk der Flüchtlinge bis heute.“ 

Die Eröffnung des Projektes „Ich finde hier meine Zuflucht – Bauten der Hugenotten und Waldenser in Hessen“ findet am 18. Februar 2018 um 17:00 Uhr im Rahmen eines Opernkonzertes mit Kurzvorträgen statt. Dazu sind alle Bürgerinnen und Bürger sehr herzlich eingeladen. Interessierte können sich bis zum 15. Februar unter Melanie.Geyer@lfd-hessen.de anmelden.

Die hessenARCHÄOLOGIE beteiligt sich mit diversen Veranstaltungen am Europäischen Kulturerbejahr und liefert zahlreiche Exponate aus der hessischen Landesarchäologie an die Ausstellung "Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland", die vom 21. September 2018 bis zum 6. Januar 2019 im Martin-Gropius-Bau in Berlin stattfindet. In diesem Kooperationsprojekt des Verbandes der Landesarchäologen (VLA) mit dem Museum für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin präsentieren 16 Bundesländer aufsehenerregende Funde sowie neueste Erkenntnisse aus der Archäologie der letzten Jahre.

Das kulturelle Erbe gemeinsam feiern
Abschließend zitierte Harzenetter den Operntenor Plácido Domingo, seit 2010 Präsident von Europa Nostra sei mit den Worten: „Unser kulturelles Erbe ist Europas größtes Geschenk an die Welt. Lassen Sie uns dieses Erbe feiern und gemeinsam erleben, erkunden und genießen. Lassen Sie es uns gemeinsam behüten und achten! Nutzen wir es als Inspirationsquelle für neues Schaffen und neue Beziehungen!“

Das Land Hessen hat die Pflege und Erhaltung von Kulturdenkmälern im vergangenen Jahr mit einem Betrag von rund 8 Mio. Euro gefördert. Auch für 2018 ist diese Summe veranschlagt.

Dr. K. Bek, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Bau- und Kunstdenkmalpflege