Eleganz im Alten Finanzamt in Wiesbaden: Die Stahlbetontreppe aus der Wiederaufbauzeit

Die neue Formensprache der Treppe des Alten Finanzamtes in Wiesbaden ist von Leichtigkeit und Klarheit geprägt", sagte Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. Die Treppe verdanke ihre Eleganz den Möglichkeiten des Stahlbetonbaus, der in der Wiederaufbauphase der 1950er Jahre bei Wohnbauten aber auch bei Projekten der Verkehrsinfrastruktur (Bahnhöfe, Brücken, Tunnel) eingesetzte wurde.
Die Treppe im Alten Finanzamt in Wiesbaden
Die Treppe im Alten Finanzamt in Wiesbaden

Harzenetter sagte weiter, der schlichte, langgestreckte Skelettbau beeindrucke durch große Fensterflächen und den vollen Einblick in das Haupttreppenhaus an der Schmalseite zur Mainzer Straße hin. Die freitragende Wendeltreppe vermittele ein Gefühl von Filigranität, welches durch leichte und elegant wirkende Podeste verstärkt werde. Sorgfältig ausgewählte Details, wie die an einem Ring angebrachten Beleuchtungskörper im asymmetrischen Stil, spiegelten die Ausdrucksform der Zeit wider.

Das Alte Finanzamt in der Mainzer Straße 35 in Wiesbaden wurde 1952-1954 unter der Leitung von Adolph Möreke und Reinhold Hoffmann vom Staatsbauamt Wiesbaden erbaut.

Die Fotografie der Treppe des Wiesbadener Finanzamtes ist unserem Kalender für das Jahr 2017 entnommen.
Mit den Bildern des Kalenders stellen wir zwölf eindrucksvolle Treppen aus unterschiedlichen Materialien und Erbauungszeiten in Hessen vor.
Die Fotos dokumentieren die Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten eines der interessantesten architektonischen Gestaltungselemente überhaupt.