Ein wesentlicher Schritt in Richtung Welterbe ist gemacht

Auf dem Weg zur Anerkennung der Mathildenhöhe als UNESCO-Welterbe ist ein weiterer Baustein gesetzt worden: Oberbürgermeister Jochen Partsch und Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Hessischen Landesamts für Denkmalpflege stellten am heutigen Montag im Neuen Rathaus das Buch „Eine Stadt müssen wir erbauen, eine ganze Stadt“ vor.

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Stadtkrone Mathildenhöhe Zustand 2012
Die Mathildenhöhe in Darmstadt.

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt im Welterbeverfahren
„In diesem Band belegen wir nachvollziehbar für jedermann, warum sich die Wissenschaftsstadt in das anspruchsvolle Verfahren zur Welterbe-Bewerbung begeben hat – ja begeben musste, denn der historische und städtebauliche Schatz, den die Mathildenhöhe birgt, macht diesen Schritt unabdingbar“, erklärte Oberbürgermeister Partsch.  „Das Buch zeigt aber auch, welchen hohen wissenschaftlichen Kriterien an den Umgang mit dem baulichen Erbe sich Darmstadt stellt und wie sich dies in der öffentlichen Diskussion spiegelt.“

Die herausragende universelle Bedeutung der Mathildenhöhe
„Mit dieser Publikation dokumentieren wir einen ganz wesentlichen Schritt des Verfahrens zur Eintragung der Mathildenhöhe in die UNESCO-Welterbeliste“, ergänzte Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamts für Denkmalpflege und Welterbebeauftragter des Landes. Die nun vorliegenden Einschätzungen internationaler Experten wiesen die Mathildenhöhe in Darmstadt zweifelsfrei als wegweisendes Ensemble des architektonisch-künstlerischen Aufbruchs in die Moderne aus. Auf der Grundlage dieser neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse sei es nun möglich, die herausragende universelle Bedeutung der Mathildenhöhe zu benennen. Für alle weiteren Schritte im Bewerbungsverfahren sei dies gemäß der Welterbekonvention von maßgebender Bedeutung. 

Expertentagung als Voraussetzung für die Neubewertung der Mathildenhöhe
Die Publikation dokumentiert mit 23 Beiträgen namhafter Wissenschaftler die internationale Tagung, die vom 17. bis 19. April 2016 vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen, von der Wissenschaftsstadt Darmstadt und dem Deutschen Nationalkomitee von ICOMOS e.V. in Darmstadt veranstaltet wurde.

Das bauliche Ensemble der Künstlerkolonie Darmstadt war im Jahr 2014 von der Kultusministerkonferenz der deutschen Bundesländer auf die Tentativliste der Bundesrepublik eingetragen worden. Die Ständige Konferenz der deutschen Kultusminister folgte damit der Empfehlung eines unabhängigen Fachbeirats, der das Potenzial für einen außergewöhnlichen universellen Wert identifizierte; zugleich könnte die Mathildenhöhe dazu beitragen, die typologischen und thematischen Lücken der Welterbeliste im Sinne der globalen Strategie zu füllen.

Dr. K. Bek, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Bau- und Kunstdenkmalpflege

Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): „Eine Stadt müssen wir erbauen, eine ganze Stadt!“ – Die Künstlerkolonie Darmstadt auf der Mathildenhöhe (Arbeitshefte des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, Bd. 30), Wiesbaden 2017 (Theiss Verlag; ISBN 978-3-8062-3706-1; Umfang: 292 Seiten; Preis: 29,80 Euro).