Ein vierwöchiger Besuch beim Landesamt für Denkmalpflege mit vielen Einblicken geht zu Ende

In diesem Artikel berichtet Marie-Luise Welz, gegenwärtig wissenschaftliche Volontärin bei der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen (Fachgebiet Gärten und Gartendenkmalpflege), über ihre Zeit in der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege.

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Zusammen mit Udo Schreiber, Bezirkskonservator, beim Ortstermin in Braunfels
Zusammen mit Udo Schreiber, Bezirkskonservator, beim Ortstermin in Braunfels.

Als wissenschaftliche Volontärin bei der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen wollte ich auch die Arbeit der Konservatoren im Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden-Biebrich kennenlernen. Die beiden Institutionen haben unterschiedliche Aufgabenschwerpunkte: Während die Hessische Schlösserverwaltung landeseigene Liegenschaften in vollem Umfang betreut, berät und unterstützt das Landesamt private Denkmaleigentümer und Gemeinden und Kommunen, die im Besitz von Denkmälern sind, in fachlichen Fragen der Erhaltung und Pflege der Kulturdenkmäler.


Die Erwartungen an den Austausch wurden mit zahlreichen Ortsterminen, zu denen ich die Konservatoren in verschiedene Kreisen und Gemeinden begleiten durfte, mehr als erfüllt. Die Bandbreite reicht dabei vom Badehaus 3 im Bad Nauheimer Sprudelhof, in dem die erhaltenen historische Badewannen und das mit ihnen verbundene Leitungssystem ein technisches Denkmal darstellen, über Schloss Wächtersbach, das nach umfangreicher Instandsetzung als Gemeindeverwaltung genutzt werden soll bis zum ehemaligen Zivilflughafen in Gießen, einem Kulturdenkmal der Moderne, der in privater Hand zu neuem Leben erweckt werden soll.


Der besondere Schwerpunkt des Austauschs lag auf der Gartendenkmalpflege. Ich lernte große Anlagen wie den Kurpark Bad Salzhausen und den Frankfurter Grüneburgpark mit ihren aktuellen denkmalpflegerischen Herausforderungen kennen, aber auch Kleinode wie die Mapper Schanze mit den Resten einer mittelalterlichen Gebück-Pflanzung, wo Möglichkeiten einer intensiveren Vermittlungsarbeit ausgelotet werden oder den zum Schloss Wächtersbach gehörenden Park. Dieser liegt neben den umfangreichen Instandsetzungsarbeiten am Schlossbau derzeit noch im „Dornröschenschlaf“, aktuell wurde aber durch das Landesamt ein gartendenkmalpflegerisches Leitkonzept für ihn erstellt. Auf diese Weise kann die historische Zusammengehörigkeit von Schloss und Park wieder hergestellt werden.
Einblicke in die Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit, der Inventarisierung und in die Anwendung der Neufassung des Denkmalschutzgesetzes rundeten den Austausch ab.

M.-L. Welz