Dr. Mareike Liedmann ist seit dem 1. Oktober 2020 Volontärin in der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege.

„Man liebt nur, was man kennt, und man schützt nur, was man liebt.“ (K. Lorenz) Ganz im Sinne dieses Zitats ist es Mareike Liedmann schon lange ein Bedürfnis, Bauten zu erforschen, ihre Geschichte zu ergründen und den verschiedenen Zeitschichten ihrer Genese Aufmerksamkeit zu schenken.

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Dr. Mareike Liedmann
Seit dem 1. Oktober verstärkt Dr. Mareike Liedmann als Volontärin das Team der Bau- und Kunstdenkmalpflege.

Bereits während ihres Studiums der Kunstgeschichte und Archäologie an den Universitäten Münster und Wien galt ihr Interesse auf den Aufgaben und Fragestellungen der Denkmalpflege. Die Studentenworkshops des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalpflege ermöglichten es Mareike Liedmann, das Wissen aus dem Seminarraum am Objekt zu erproben.
In Willebadessen etwa entstand 2009 die Idee zu ihrer Magisterarbeit zu den Willebadessener Klostergebäuden und ihrer Umnutzung: Ein Thema, das auf andere Regionen und leerfallende Großbauten übertragen werden kann.

Thematisch nach Hessen ging es für die aus Aachen stammende Kunsthistorikerin erstmals 2010. Ihre Dissertation erforscht die Bausubstanz der ehemaligen Klosterkirche in Lippoldsberg (Landkreis Kassel) und untersucht den Transfer von Form und Technologie, bis an die Ostsee.
Insbesondere einige gewölbte romanische Dorfkirchen im Landkreis Waldeck-Frankenberg haben es Liedmann angetan: „Hier wurden ganz eigene Wege der Umsetzung gefunden.“ Sie plant, diesen Fragen auf jeden Fall noch nachzugehen.

„Beinah detektivisch ging es zu, als ich aufgrund einer Baufuge an der Klosterkirche in Germerode (Werra-Meißner-Kreis) eine noch enge Verbindung zwischen dieser und der Lippoldsberger Kirche nachweisen konnte. Hier sind auch noch längst nicht alle Fragen geklärt, aber ich bin glücklich, dass die Zwischenergebnisse bereits der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnten.“, freut sich Liedmann.

Erkenntnisse teilen und Wissen vermitteln sind für Mareike Liedmann eine Herzensangelegenheit. Gemeinsam mit Kolleg*innen hat sie bereits 2015 den nunmehr jährlich stattfindenden „Doktorandenworkshop zu mittelalterlichen Sakralräumen“ ins Leben gerufen. „Mit anderen ins Gespräch kommen, Erfahrungen und Wissen austauschen, voneinander lernen und gemeinsam Lösungen finden ist für mich nicht nur in der Kunstgeschichte und Denkmalpflege wichtig“, betont sie. Vor dem Hintergrund ihrer bisherigen Schwerpunkte freut sie sich nun auf das Volontariat, das ihr Einblicke in die Aufgabenbereiche des Landesdenkmalamtes gewährt und das Vernetzen mit Kolleg*innen der unterschiedlichen Fachbereiche ermöglicht.

Zur Kunstgeschichte kam sie, gesteht die gelernte Buchhändlerin, durch die Literatur. Und so verwundert nicht, dass sie einen Buchtipp für all diejenigen parat hat, die sich für die Arbeitsvorgänge auf einer mittelalterlichen Baustelle interessieren: „Wer sich für das Werden der großen Klosterkirchen begeistern kann, dem empfehle ich den Roman ‚Singende Steine‘ des französischen Architekten Ferdnand Pouillon, der darin den Baumeister des Zisterzienserklosters Le Thoronet zu Wort kommen lässt.“

Dr. Katrin Bek, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Bau- und Kunstdenkmalpflege