Dr. des. Thomas Steigenberger inventarisiert Kulturdenkmäler in Frankfurt

Seit Januar 2022 ist Dr. des. Thomas Steigenberger für die Überprüfung und Fortschreibung des Denkmalbestandes der Stadt Frankfurt zuständig. Schon lange verfolgt er mit besonderem Interesse die bauliche Entwicklung Frankfurts.

Teaser_16zu9_DSC_2627.jpg

Man sieht Dr. des. Thomas Steigenberger vor dem Biebricher Schloss in Wiesbaden, dem Sitz des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.
Schon lange verfolgt Steigenberger mit besonderem Interesse die bauliche Entwicklung Frankfurts im Zusammenhang mit seinen Forschungsschwerpunkten, der Architektur und Denkmalpflege des 19. und 20. Jahrhunderts.

Frankfurt im Blick

Seit Anfang Januar 2022 verstärkt Dr. des. Thomas Steigenberger die Inventarisation in der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege. Die 2018 begonnene Überprüfung und Fortschreibung des Denkmalbestandes der Stadt Frankfurt ist seine Kernaufgabe. Schon lange verfolgt Steigenberger mit besonderem Interesse die bauliche Entwicklung Frankfurts im Zusammenhang mit seinen Forschungsschwerpunkten, der Architektur und Denkmalpflege des 19. und 20. Jahrhunderts.

Frankfurt und Berlin – Unterschiede und Gemeinsamkeiten

„Am meisten fasziniert mich in Frankfurt das breite Spektrum der baulichen Überlieferung von der barocken Hofreite bis hin zu den Hochhäusern und Megastrukturen der 1970er und 1980er Jahre“, sagt der bislang in Berlin lebende Architekturhistoriker. Auf den ersten Blick seien Berlin und Frankfurt sehr unterschiedlich, doch bei näherer Betrachtung gebe es auch viele Gemeinsamkeiten. So habe beispielsweise Paul Wallot seine Architektenkarriere zunächst in Frankfurt begonnen, bis er mit dem Reichstagsgebäude in Berlin ein Ende des Historismus gründerzeitlicher Prägung einläutete. „Dass die hessische Metropole in den 1920er Jahren neben Berlin das Zentrum des Neuen Bauens in Europa war, ist bis heute nicht hinreichend bekannt“, betont er. „Für mich ist es die denkbar spannendste Aufgabe, Frankfurts reiche architektonische Überlieferung jetzt in allen Facetten in den Blick zu nehmen.“

Ausbildung und Leidenschaften

Steigenberger studierte Kunstgeschichte, Mittelalterliche Geschichte und Klassische Archäologie an der TU und der Humboldt Universität in Berlin und war Stipendiat des Bamberg–Berliner Graduiertenkollegs „Kunstgeschichte – Bauforschung – Denkmalpflege“. Beim Landesdenkmalamt Berlin sowie bei der städtischen und kantonalen Denkmalpflege Zürich war er als freier Mitarbeiter tätig. Zuletzt arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Architekturgeschichte und Denkmalpflege der Universität Bern im Forschungsprojekt „Otto Rudolf Salvisberg (1882-1940) – Architekt der Moderne“. Seine Leidenschaft gilt der frühen Moderne seit dem Ende des 19. Jahrhunderts sowie der Internationalen Nachkriegsmoderne.

Schwerpunkt sind die Gebäude der 1960er-1980er Jahre

Die Denkmalausweisung der Stadt Frankfurt, erstmals publiziert mit der Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland – Kulturdenkmäler in Hessen, Stadt Frankfurt, Frankfurt a. M. 1986, bedarf nach über 30 Jahren der Überprüfung und Ergänzung. Der historische Baubestand der Stadt Frankfurt wird daher systematisch auf seinen Denkmalwert überprüft, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den Gebäuden der 1960er-1980er-Jahre liegt, die 1986 noch nicht im Fokus der Betrachtung lagen. Die seit 2018 laufende Überprüfung hat mit der Innenstadt begonnen. Diese steht nun kurz vor dem Abschluss, weitere Stadtteile folgen.

Wir begrüßen Thomas Steigenberger in unserem Team und wünschen ihm alles Gute!


Dr. Katrin Bek, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Bau- und Kunstdenkmalpflege
02.02.2022